Fußball
Melanie Leupolz (17) aus Argenbühl mischt mit dem SC Freiburg die Bundesliga auf

Direkt zwischen Conny Pohlers und Fatmire Bajramaj findet sich der Name von Melanie Leupolz. In der aktuellen Torschützenliste der Frauen-Bundesliga belegt die 17-Jährige den zweiten Platz. Drei Tore hat sie für Aufsteiger SC Freiburg bereits erzielt - und das, obwohl sie an den bisherigen drei Spieltagen erst zweimal zum Einsatz kam und effektiv erst 142 Minuten auf dem Platz stand. «Das freut mich. Aber eigentlich bin ich nicht so die Torjägerin, sondern bereite lieber vor», sagt sie.

Spielführerin der U17-Auswahl

Dennoch spielt das Toreschießen für die Argenbühlerin auch in ihrer Karriere im Dress der U17-Nationalmannschaft eine Rolle. Bei der WM 2010 beispielsweise steuerte sie einen Treffer zum 10:1 gegen Südafrika bei - dem höchsten Sieg überhaupt in der Geschichte der U17-Weltmeisterschaft. Von der EM, die vor wenigen Wochen in der Schweiz stattgefunden hatte, ist allerdings vor allem ein Fehlschuss geblieben:

Im Halbfinale vergab die Spielführerin den entscheidenden Elfmeter im Elfmeterschießen gegen Frankreich. << Das ärgert mich heute noch. Aber das ist eben Sport. Mit so etwas muss man lernen umzugehen >>, sagt Leupolz, die im anschließenden Spiel um Platz 3 wenigstens den Schlusspunkt beim 8:2-Kantersieg gegen Island setzte.

Seit einem Jahr spielt Melanie Leupolz, die in Ratzenried aufgewachsen ist und dort im Sportverein zunächst acht Jahre lang zusammen mit den Buben gekickt hat, beim SC Freiburg. Im Sommer gelang auf Anhieb der Aufstieg in die Bundesliga. << Es ist eine Ehre für mich, gegen die besten Frauen Deutschlands spielen zu dürfen >>, sagt die Schülerin, die in Freiburg ein Wirtschaftsgymnasium besucht.

Im Konzert der Großen ist der Aufsteiger eher Außenseiter. << Die Abstände haben sich zwar verringert, aber Vereine wie Frankfurt haben eine bessere Mannschaft als wir >>, sagt sie nüchtern. Vorderstes Ziel ist der Klassenerhalt - und wenn es nebenbei gelingt, die Großen zu ärgern, dann sei das natürlich auch nicht schlecht, findet die Mittelfeldspielerin.

Sechsmal pro Woche wird beim SC Freiburg trainiert, zweimal davon noch morgens vor der Schule. Bis auf wenige Ausnahmen sind ihre Mitspielerinnen keine Profis. << Die meisten arbeiten nebenbei oder studieren. Auch für mich ist Fußball eher noch ein Hobby >>, sagt Leupolz, die derzeit wegen einer Entzündung im Oberschenkel zwangspausieren muss. Nach dem hoffentlich erfolgreichen Abitur in zwei Jahren will sie ebenfalls studieren. << Um im Frauenfußball vom Sport leben zu können, muss man zu den Allerbesten gehören >>, weiß sie.

Eine, die dazu gehört, ist ihr Idol Fatmire Bajramaj. In der Torschützenliste hat sie die trickreiche Frankfurterin schon überholt. Und vielleicht steht sie irgendwann sogar neben ihr auf dem Feld - in der A-Nationalmannschaft. << Das wäre mein großer Traum >>, erzählt sie. Wenn ihre Entwicklung so weitergeht, ein durchaus realistischer.

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