Mountainbike
Der gebürtige Lindenberger Roland Ballerstedt fährt trotz seiner 45 regelmäßig Radrennen

Roland Ballerstedt ist mit fast 45 Jahren noch immer bei jedem Rennen ganz vorne mit dabei. Der zweifache deutsche Meister im Duathlon belegte kürzlich mit seinem Teampartner Florian Krafft den sechsten Platz bei der Tour Transalp. «Ich bin keiner mehr, der so ein scharfes Konkurrenzdenken hat und um alles in der Welt gewinnen möchte. Für mich steht im Vordergrund, dass ich Spaß habe. Wenn Erfolg dabei herauskommt, ist es umso schöner», sagt der Lindenberger, der mittlerweile in Isny lebt.

Herr Ballerstedt, welche Bedeutung hat Sport für Sie?

Roland Ballerstedt: Ohne Sport würde es sicher nicht gehen. Wenn ich das nicht machen könnte, wäre ich unzufrieden. Ich bin früher Alpin-Ski gefahren und habe das irgendwann aufgehört. Gegen Ende des Skifahrens habe ich schon ein wenig Ausdauersport gemacht, war darin auch in der Schule schon immer gut und habe mich schließlich für Laufen und Radfahren entschieden. Danach habe ich recht intensiv Duathlon betrieben, aber aufgehört, weil als Vollzeit-Arbeitender es irgendwann nicht mehr so möglich ist, neben Arbeit und Familie vorne mit dabei zu sein. Jetzt fahre ich im Sommer nur noch Rad und skate im Winter.

Gab es eine Zeit in Ihrem Leben, in der Sie ausschließlich Sport gemacht haben?

Ballerstedt: Ich habe immer nebenher etwas gemacht. Entweder habe ich studiert oder war in der Schule, aber ausschließlich Sport habe ich eigentlich nie gemacht. Ich habe aus diesem Grund einmal ein zweites Studium angefangen, damit ich den Sport eine gewisse Zeit weitermachen kann. Seit 1999 betreibe ich Sport nur noch als Hobby, aber von 1996 bis 1999 habe ich wirklich mein Hauptaugenmerk darauf gelegt. 1999 war ich bei der Weltmeisterschaft in den USA und habe aufgrund von Rückenproblemen nicht starten können, obwohl ich eigentlich nochmal ganz vorne dabei sein wollte. Nachdem ich ein Jahr lang Probleme gehabt habe, überhaupt noch Sport zu treiben, habe ich zu arbeiten begonnen und nur noch nach Gefühl trainiert.

Sie sind inzwischen fast 45 Jahre alt. Für Sportler ist das ein relativ hohes Alter. In welcher Hinsicht wirkt sich das auf Ihren Sport aus?

Ballerstedt: Man merkt, dass man längere Regenerationszeiten braucht, aber die Leistung selbst ist eigentlich immer noch relativ hoch, und das wird noch ein paar Jahre dauern, bis das wirklich weit nach unten geht. Ich denke, wenn ich intensiver trainieren würde, würde ich auch noch wesentlich mehr Leistung bringen.

Sie haben dennoch viel Erfolg und sind meist auf den ersten Plätzen.

Ballerstedt: Es gibt ja viele, die Altersklassensport machen, aber daran habe ich mich eigentlich noch nie orientiert. Ich versuche, mich immer mit den Besten zu messen und schaue, wie weit ich dahinter bin. Da ich einmal einen gewissen Erfolg und eine gewisse Form gehabt habe, kommt das relativ schnell wieder. Wenn ich im Frühjahr 1000 Kilometer Rad fahre, habe ich ungefähr die Form vom Vorjahr wieder. Ich mache überhaupt keine Trainingspläne und habe auch keinen Pulsmesser. Ein Rezept gibt es da keines, ich kann in meinen Körper hineinhorchen, wie ich zu trainieren habe. Das klappt nicht immer - aber meistens relativ gut. Interview: Manuel Hodrius

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