Boardercross
Boardercross: Die Sprünge sind am coolsten

'Die Sprünge sind am coolsten', sind sich Robin Weber (13), sein Cousin Tim (10) und sein Nachbar Tizian Natterer (11) einig. Die drei Buben aus Zwiesele, einem kleinen Ortsteil von Heimenkirch, stehen in ihrer Freizeit leidenschaftlich gern auf dem Snowboard.

Nur so die Piste herunter zu sausen, ist ihnen allerdings zu langweilig. Mehr Action gesucht und gefunden haben sie beim Boardercross - einem Rennen im Duell "Eins gegen Eins" auf einer mit Steilkurven und Schanzen gespickten Strecke, bei der Körperkontakt gegen den direkten Kontrahenten durchaus erlaub ist.

"Man darf ihn allerdings nicht wegschupfen", sagt Robin. Und Tim ergänzt: "Man darf seinen Körper einsetzen, aber dem anderen nicht den Helm oder die Brille wegnehmen."

Neben fahrerischem Können sind also Robustheit und Stehvermögen gefragt, um nicht unsanft im Schnee zu landen – etwas, das allen bei Rennen schon passiert ist. Kein Grund allerdings aufzugeben. 'Wenn du stürzt, dann musst du aufstehen und sofort weiterfahren.

Erst im Ziel wird abgerechnet', sagt Hansjörg Weber. Er ist nicht nur Vater, Onkel und Nachbar, sondern auch Trainer der drei Schüler in einer von zwei Boardercross-Trainingsgruppen, die der Allgäuer Skiverband für junge Snowboarder zwischen 5 und 14 ins Leben gerufen hat.

Westallgäuer Trainingsgruppe

Die ist momentan allerdings sehr übersichtlich: Neben Robin, Tizian und Tim ist noch Tizians kleiner Bruder Till (9) mit im Boot. Es ist also eine reine Westallgäuer Angelegenheit, wenngleich die Trainings Sonntag für Sonntag am Stixner in Missen (Oberallgäu) stattfinden. Die zweite, etwa gleich große Allgäuer Trainingsgruppe hat ihren Stützpunkt in Oberstdorf.

Angefangen hat alles vor drei Jahren, als Hansjörg Weber zufällig mit dem deutschen Nationaltrainer Gernot Raitmair ins Gespräch über Boardercross gekommen ist. Dabei ging es auch um die ausbaufähige Nachwuchsarbeit im Allgäu.

'Das hat mich gereizt', erzählt der 44-Jährige, der früher selbst Rennen gefahren ist – allerdings 'just for fun'. 'Ich habe mir gedacht, ich muss schauen, dass meine Jungs das etwas besser machen.'

Mittlerweile fahren die Buben, die im Sommer gerne Fußball spielen und auf dem Mountainbike sitzen, auch Rennen. Bei der laufenden BSV-Rookie-Tour 2011/12, der Nachwuchsrennserie des Bayerischen Skiverbandes, konnten sie jedoch erst an einem von vier Wettbewerben teilnehmen. Beim Heimspiel in Missen belegten Tim und Robin in ihren Altersklassen jeweils Platz 2, während Tizian gegen den späteren Drittplatzierten ausschied. Nächstes Wochenende beim Tourabschluss in Miesbach/Östin wollen sie ihr Können in den 40 bis 60 Sekunden langen Läufen nochmals zeigen.

Heute und morgen treffen die Westallgäuer bei der SBX-Trophy am Grasgehren sogar auf Fahrer aus Russland, Frankreich und der Schweiz. Wie gut sie abschneiden werden, können sie allesamt nicht einschätzen. Ob es für die mögliche Qualifikation zur deutschen Meisterschaft reicht?

Beste Chancen hat wohl der 13-jährige Robin, der die meiste Rennerfahrung hat, Mitglied im Föderkader des DSV ist und demnächst eine Woche lang im Sportinternat Oberstdorf trainieren darf. 'Er hat eine intuitive Linienführung', lobt Trainer Hansjörg Weber, der die Sportart Boardercross im Westallgäu von seinem Schattendasein befreien möchte.

Die Konkurrenz ist schon einen Schritt weiter'Wenn man die Trainingsgruppe aus dem Schwarzwald anschaut, dann könnte man richtig neidisch werden. Die kommen mit drei Trainern, zwei VW-Bussen, in einheitlichen Klamotten und machen sogar Videoanalysen', sagt der Heimenkircher. Bis dahin sind es hierzulande noch einige Schritte, weiß er. 'Mindestens sieben, acht Fahrer sollten wir schon sein.'

Kontakt: Wer Interesse am Boardercross hat, kann sich an Hansjörg Weber wenden unter Telefon (0 83 85) 92 14 56.

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