Erfahrung
Zwischen großer Armut und bunten Tempeln

In unserer Rubrik «Gesichter & Geschichten» wollen wir in loser Folge Menschen vorstellen, die etwas zu erzählen haben. Im Mittelpunkt stehen Westallgäuer, die von besonderen Erlebnissen, außergewöhnlichen Berufen, bewegenden persönlichen Schicksalen oder besonderen Ideen berichten.

Am 10. Januar ist für Carina Haslach der Winter mit seinem Schnee und seinen kalten Temperaturen vorbei. Dann sitzt die 24-jährige Röthenbacherin im Flugzeug nach Indien. «Dort hat es konstante 30 Grad», freut sich die junge Frau. Ein ganzes Jahr wird die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin und Dolmetscherin in der Nähe der Stadt Bangalore, in der Region Chamarajnagar verbringen und bei einem sozialen Projekt mitarbeiten.

Was dort genau auf sie zukommen wird, weiß die junge Frau jedoch noch nicht. «Man hat mir nur gesagt, dass ich im medizinischen Bereich und mit Kindern arbeiten werde», erzählt Haslach. Schon immer war es ein Traum der Röthenbacherin ein Jahr im Ausland zu verbringen. «Wirklich überrascht waren daher meine Familie und Freunde nicht, als ich davon erzählt habe», erinnert sich Haslach.

Für Nepal beworben

Eigentlich hatte sie sich für Nepal beworben, doch dort habe es Probleme gegeben, ein Visum zu bekommen. «Daher hat die Organisation als Kompromiss Indien vorgeschlagen», erzählt die junge Frau.

Ganz fremd ist das Land für die 24-Jährige nicht. «Ich war im März schon einen Monat lang mit einer Freundin mit dem Rucksack in Indien unterwegs.» Das Land hat sie begeistert. «Es ist einfach eine andere Welt und es gibt sehr viel zu sehen. Im Süden beispielsweise sehr schöne bunte Tempel.» Doch nicht nur die Sehenswürdigkeiten ziehen sie nach Indien. «Es gibt eine sehr große Armut, eine völlig andere Kultur, man sieht danach die eigene Gesellschaft mit ganz anderen Augen», glaubt Haslach.

Wende im Leben

Für die 24-Jährige symbolisiert die Reise nach Indien so etwas wie eine Wende in ihrem Leben. «Bisher habe ich als Übersetzerin in Ulm gearbeitet, zukünftig würde ich gerne für Nichtregierungsorganisationen arbeiten», erzählt Haslach. Daher will sie das Jahr im Ausland auch dazu nutzen um Erfahrungen zu sammeln.

Derzeit laufen bei Carina Haslach die Vorbereitungen für ihre Reise. «In dem Bundesstaat Karnataka, wo ich bin, wird neben englisch die Sprache kannada gesprochen - die wichtigsten Sätze lerne ich gerade», erzählt Haslach.

Unterstützung von Firmen

20 Kilogramm darf Carina Haslach mit auf ihre Reise nehmen, mehr nicht. Doch für die 24-Jährige ist das kein Problem. «Es gibt bestimmte Hygieneprodukte, die dort schwer zu bekommen sind, die nehme ich mit. Alles andere kann man dort ja auch kaufen», sagt Haslach. Gerade bei der Kleidung freut sie sich schon darauf in Landestypisches zu schlüpfen. «Das gehört für mich dazu. Außerdem geh ich dann vielleicht ein bisschen in der Masse unter.»

Arbeiten wird sie in Indien bis auf ein kleines Taschengeld unentgeltlich. «Ich bekomme Verpflegung und eine Unterkunft», sagt sie. Unterstützt wird Haslach neben ihrer Familie auch von Westallgäuer Unternehmen wie Pfaff in Röthenbach.

Ganz bewusst hat sie sich bei ihrem Austausch für eine Organisation entschieden, die nicht nur Deutsche ins Ausland vermittelt, sondern auch jungen Menschen aus Ländern wie Indien oder Südamerika die Möglichkeit für einen Austausch bieten. «Das ist für mich praktische Friedensarbeit. Dadurch dass wir andere Kulturen und Religionen kennenlernen, können wir sie besser verstehen», ist Carina Haslach überzeugt.

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