Kreisheimattag
Wie geht es mit dem Jahrbuch des Landkreises Lindau weiter?

Hauptthema beim Kreisheimattag waren das Jahrbuch des Landkreises Lindau und die Frage, wie es damit weitergehen soll. Denn das Jahrbuch in der bisherigen Form wird es nach dem Willen des Kreistagsausschusses für Bildung, Kultur und Sport ab diesem Jahr nicht mehr geben.

Landrat Elmar Stegmann machte vor rund 30 Teilnehmern deutlich, dass es bei der Entscheidung nicht um finanzielle Aspekte, sondern um Akzeptanz ging. 1000 Bücher seien jedes Jahr gedruckt worden, 200 seien an die Gemeinden gegangen, 200 verkauft worden. Der Rest lagere in den Kellern.

Das Thema habe ihn durch die Bürgermeisterbesprechungen begleitet, so Stegmann. Und auf seine Frage, ob man das Jahrbuch in jetziger Form überhaupt noch wolle, habe es ein Nein gegeben. Für die Herausgabe einer Nachfolgepublikation sei man offen. Lindenbergs Bürgermeister Johann Zeh habe angeregt, jede Ausgabe unter ein Thema zu stellen und als Beispiel die Hutindustrie genannt, sagte Stegmann.

Einig war man sich in der Runde, dass die Jahreszahl im Buchtitel wegfallen sollte. Über die inhaltliche Gestaltung gab es unterschiedliche Meinungen. Leichter lesbare und nicht zu lange Texte, ruhig themenbezogen, das war der Ansatz von Bettina Deubel aus Scheidegg. Auf die Chroniken der Ortsheimatpfleger könne man zu 100 Prozent verzichten, meinte die Kreisarchivarin.

Niederstaufens Ortsheimatpfleger Wolfgang Sutter lehnte dagegen rein themenbezogene Publikationen ab und war für bunte Vielfalt. Die Stärke des Jahrbuches sei gewesen, dass alle Heimatpfleger die Möglichkeit zur Publikation gehabt hätten, sagte Sutter. Er war auch der Ansicht, dass die Beiträge zu historischen Themen inzwischen zu wissenschaftlich geworden seien.

Andreas Kurz, Leiter des Dokumentationszentrums und Herausgeber des Jahrbuchs, berichtete von Lob für das Jahrbuch durch Bezirksheimatpfleger Peter Fassl. Die Konzeption sei 'ganz hervorragend', das Zusammenfassen von Geschichte und Gegenwart eine besondere Konstruktion, habe Fassl geurteilt. Sämtliche 26 Jahrbücher von 1986 bis heute würden jetzt digitalisiert. 'Was spricht mehr dafür?', machte sich Kurz für das Jahrbuch stark.

Landrat Stegmann zeigte sich verwundert. Kurz habe doch im Ausschuss erklärt, die Rahmenbedingungen würden nicht mehr stimmen, die Arbeit sei kaum mehr zu leisten und es werde immer schwieriger, die Autorenbeiträge hereinzubekommen. Fridolin Altweck, Vorsitzender des Kreisheimattags, war schlussendlich dafür, die Diskussion auf einen kleinen Kreis runterzuschreiben, der sich einbringen will.

Stadt Lindau bezahlt nicht

In seinem Rechenschaftsbericht zeigte Altweck die zahlreichen Aktivitäten im vergangenen Jahr auf. Schatzmeister Josef Kimpfler informierte über die Finanzen. Von der Stadt Lindenberg und den Landkreisgemeinden seien die seit Landrat Henningers Zeiten obligatorischen fünf Cent pro Einwohner geflossen. Wer für letztes Jahr nichts überwiesen habe, sei die Stadt Lindau.

Auch entsprechende Hinweise auf die ausstehenden 1237 Euro hätten 'leider nichts gefruchtet', so Kimpfler. Jetzt liegt die Hoffnung der Runde auf dem neuen Lindauer Oberbürgermeister. Der soll es wieder richten und Weilers Ortsheimatpfleger Gerd Zimmer meinte: 'Das wäre ein nobler Einstand.'

Mit seiner Bürgermeister-Runde durch die Gemeinden des Landkreises sei er fast fertig, informierte der neue Kreisheimatpfleger Eugen Baumann. Er habe die Denkmalliste dabei gehabt und leider seien diese Häuser am schlechtesten beieinander. Sie nach Möglichkeit zu erhalten, sei eine Aufgabe, der man sich stellen müsse, so Baumann. Es gehe aber nicht nur um vorhandene landschaftsprägende Gebäude, Materialien und Siedlungskörper.

Auch im Neubaubereich gelte es, Stellung zu beziehen: 'Wie soll gebaut werden, ohne die Historie zu vergessen?' Baumanns nächste Runde durch den Landkreis wird ihn zu den Museumsleuten, Chronisten und Heimatpflegern vor Ort führen. Bei den Treffen sollen sie ihre Sicht der Dinge schildern: Was passiert in der Gemeinde und wo gibt es im Einzelfall Kritisches anzumerken.

Baumann sprach hier auch Themen wie PV-Freiflächenanlagen und Windkraftanlagen an.

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