Teilhabepreis 2011
Wettbewerb der Caritas soll Hemmschwellen gegenüber behinderten Menschen abbauen

Jeder zehnte Landkreisbewohner lebt mit einer Behinderung. Mit dieser Zahl überrascht und erstaunt Martin Roos von der Offenen Behindertenarbeit in Lindenberg. Mit einem neuen Wettbewerb, dem Caritas-Teilhabepreis 2011, will er heuer verstärkt auf die alltäglichen Beschwernisse der Menschen mit Behinderung aufmerksam machen - und Änderungen bewirken.

Es geht nicht nur um Rollstuhlfahrer», sagt Roos. An die 8000 Menschen mit einer Behinderung leben im Kreis. Sieben bis acht Prozent sind schwerbehindert, meistens Ältere. Sehr viele haben Probleme beim Gehen und Sehen. Das werde nicht so wahrgenommen.

«Wir wollen Hemmschwellen abbauen», stellt Roos fest. Er nennt es einen «Wettbewerb für unsere Gesellschaft». Aufgerufen sind Gemeinden, Firmen, Privatpersonen, Vereine, Verbände und andere Organisationen, ihre in diesem Jahr (bis Ende September) geplanten öffentlichen Veranstaltungen, Konzerte oder Feste so zu gestalten, dass Menschen mit Behinderungen dazukommen können und möglichst sogar mitwirken, eben «daran teilhaben».

«Das fängt mit banalen Dingen an: Wie kommen Seh- und Gehbehinderte zu dem Treffen? Gibt es eine behindertengerechte Toilette?», erläutert Roos. Allein an der fehlenden Barrierefreiheit scheitern oft Begegnungen, weiß er aus Erfahrung.

Der Caritasverband für die Diözese Augsburg würdigt die drei gelungensten Veranstaltungen im Spätherbst mit einem Preisgeld in Höhe von insgesamt 5000 Euro. «Wir wollen mit dem Wettbewerb den Gedanken der Inklusion erfahrbar machen - auch als eine an sich einfache, praktische Lösung für eine Teilnahme aller in einer Gemeinde», sagte Diözesan-Caritasdirektor Prälat Peter C. Manz bei der Vorstellung der diözesanweiten Aktion.

Roos hat zu Beginn des Jahres an die 250 Briefe samt Faltblatt im Landkreis verschickt an Einrichtungen und Vereine, die nach seiner Einschätzung ihre Veranstaltungen unter dem neuen Aspekt der «Inklusion» ablaufen lassen könnten: von Pfarrgemeinden über Musikkapellen bis zu Sportvereinen.

Die ersten Rückmeldungen sind da: Ein Theaterverein prüft, inwieweit Behinderte mitspielen können; eine Kapelle will bei ihrem Sommerfest im Freien das Augenmerk darauf legen, wie Menschen mit Behinderung betreut werden oder gar mitwirken können. «Mit menschlicher Unterstützung geht sehr viel», sagt Roos.

Zum Beispiel lassen sich transportable Behindertentoiletten gegen eine geringe Gebühr mieten, weiß er. Oft genüge es schon, wenn sich einer der Helfer bei einem Fest um die (meist kleine) Gruppe von Behinderten kümmert.

Geldpreise zu gewinnen

Um einen der drei Geldpreise (3000 Euro, 1500 Euro und 500 Euro) zu gewinnen, ist Ideenreichtum gefordert, um Menschen mit Behinderung möglichst an allen Veranstaltungsschritten, von der Idee über die Organisation bis zur Nachbereitung aktiv zu beteiligen.

Informationen über den Wettbewerb «Caritas-Teilhabepreis 2011», Faltblatt und Handbuch gibt es bei Martin Roos, Sozialstation Westallgäu, Caritas-Dienststelle der Offenen Behindertenarbeit, Hirschstraße 13, Lindenberg, Telefon (08381) 920915.

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