Nachruf
Westallgäuer Pfarrer Artur Hochgesang im Alter von 91 Jahren in Wohmbrechts verstorben

Der im Westallgäu am meisten bekannte Geistliche, Pfarrer Artur Hochgesang, ist nach einem bewegten Leben im 92. Lebensjahr in Wohmbrechts gestorben. Der gebürtige Unterfranke wirkte im Kreis Lindau 60 Jahre im Dienst des Herrn.

Die Priesterweihe feierte er – nach dem Theologiestudium in Würzburg – im Juli 1950 in Salzburg, die Primiz in Altötting. 1952 kam er für zunächst elf Jahre als Kaplan nach Lindenberg, danach als Pfarrvikar für 16 Jahre nach Ellhofen. Anschließend betreute der Geistliche Rat Bösenreutin (Gemeinde Sigmarszell) als Seelsorger, ehe er für weitere zehn Jahre in Wohmbrechs und Maria-Thann eingesetzt war.

Seit dem Jahr 2000 war er als Ruhestandsgeistlicher in der Pfarreiengemeinschaft Opfenbach, Wohmbrechts und Maria-Thann tätig. Vor zwei Jahren konnte Hochgesang noch sein diamantenes Priesterjubiläum feiern, ein halbes Jahr später seinen 90. Geburtstag.

Bekannt wurde der Oberstudienrat Artur Hochgesang, der schon als Bub unbedingt Priester werden wollte, durch seinen Beruf als Religionslehrer an der Real- und Kreisberufsschule in Lindenberg und Lindau und im Dekanat Weiler als Schuldekan, wo er Generationen von Schülern unterrichtete.

Sein Temperament und sein Humor haben ihm bei den Schülern den liebevollen Titel 'Don Camillo' eingetragen. Den Name des berühmten Filmpfarrers, unter dem er noch heute bei älteren Einheimischen bekannt ist, hörte er nicht ungern.

Der große Marienverehrer Hochgesang war bei den St.-Georgs-Pfadfindern als Feldmeister und Kurat tätig, Präses der Kolpingsfamilie und Jugendseelsorger, geistlicher Begleiter bei den Segelfliegern und den Feuerwehren im Westallgäu und in Wangen,

Mitgestalter der ersten Hubertusmesse der Jäger im Landkreis, Mitbegründer und langjähriger Gruppenführer der Westallgäuer Blutreitergruppe und als geistlicher Beirat und Förderer des christlichen Umrittbrauchtums im Westallgäu.

Deshalb trug er auch den Titel als 'Reiterpfarrer'. Noch 2008 ließ er es sich nicht nehmen, an den Umritten von Wohmbrechts nach Engelitz (Wendelinsritt) und von Opfenbach nach Mywiler (Georgiritt) teilzunehmen und den Gottesdienst zu zelebrieren.

Eine weitere seltene Ehre wurde Hochgesang zuteil, als er vor 16 Jahren zum Polizeidirektor ehrenhalber ernannt wurde. Mit Vorliebe hatte er als Grenzpolizeipfarrer gewirkt.

Artur Hochgesang war sechs Jahre bei der Luftwaffe im Kriegseinsatz, wurde verwundet und kam in russische Gefangenschaft, aus der er fliehen konnte.

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