Bürgerversammlung
Weiterhin zwei Feuerwehren in Hergatz

Ein ambitioniertes Programm hatte sich Bürgermeister Uwe Giebl für die Bürgerversammlung 2012 der Gemeinde Hergatz vorgenommen: In zwölf Punkte hat der Rathauschef die Tagesordnung aufgeteilt, um die Menschen über die wichtigsten Projekte der Gemeinde zu informieren.

Das Interesse mehr über die teils schon seit vielen Jahren in der Gemeinde diskutierten Projekte zu erfahren war groß. Über 150 Bürger waren gekommen um sich in vier Stunden vom Bürgermeister auf den neusten Stand bringen zu lassen. Giebl kündigte für die einzelnen Projekte Chronologien an, die zeigen sollen, dass 'nicht im Stillen Örtchen beraten und beschlossen wurde'. Dies war immer wieder von verschiedenen Seiten kritisiert worden.

Darüber, was die Gemeinde Hergatz im vergangenen Jahr beschäftigt hat, sprach Giebl nicht. Vielmehr konzentrierte er seinen Blick auf die Zukunft.

So stehen neben zahlreichen Sanierungen (Festhalle in Maria-Thann, Kriegerdenkmal in Wohmbrechts und Maria-Thann) auch Neubauten wie etwa ein Feuerwehrhaus in Maria-Thann oder der Aktiv-Park in Wohmbrechts auf der Agenda.

Ein großes Thema in der Gemeinde Hergatz ist dennoch die finanzielle Lage. Als 'nicht ganz schlecht, aber auch nicht gut' beschreibt diese Giebl auf Nachfrage. So habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren Schulden abgebaut und dennoch investiert.

Der Schuldenstand sei in den vergangenen acht Jahren von zwei auf eine Million gesunken. Auch wenn es für die meisten vorgestellten Projekte Zuschüsse von verschiedenen Stellen gibt, muss doch die Gemeinde teils tief in die Tasche greifen. 'Wo soll das Geld für die ganzen Projekte herkommen?', fragte Thomas Kunigham aus Maria-Thann.

Er habe das Gefühl, dass dies unter den Tisch gekehrt werde. 'Wir wollen keine Fremdmittel, also Kredite aufnehmen, sondern alles mit Eigenmitteln finanzieren', betonte Giebl.

Kein Zusammenschluss der Wehren

Seit kurzem wieder im Gespräch ist ein neues Feuerwehrhaus für Maria-Thann. Schon vor zehn Jahren war über einen Neubau nicht nur sachlich diskutiert worden. Damals war auch über eine Zusammenlegung der Feuerwehren Maria-Thann und Wohmbrechts gesprochen worden.

'Das Thema ist immer noch ein heißes Eisen', weiß Bürgermeister Giebl und fügt hinzu: 'Ein Zusammenschluss der beiden Wehren ist nicht gewünscht, es können aber durchaus Synergien genutzt werden.' So sei etwa denkbar, dass Übungs- und Schulungsräume oder auch die Schlauchwaschanlage beiden Wehren zur Verfügung stehen.

Gebaut werden soll – vorausgesetzt die Gemeinde hat genügend Geld hierfür – im Jahr 2014/15. Zumindest hat die Gemeinde 500 000 Euro in ihrem Investitionsplan für diese Jahre vorgesehen.

Anne Spieler und Christian Renn sprachen nochmals eine Zusammenlegung der beiden Wehren an. 'Die Jugendfeuerwehren trainieren auch schon zusammen', sagte Renn. Man habe sich damit intensiv beschäftigt, entgegnete der Wohmbrechtser Feuerwehrkommandant Edwin Miller.

'Es ist sinnvoll und notwendig beide Wehren zu erhalten.' Grund sei unter anderem, dass Hergatz eine sehr lang gezogene Gemeinde sei. Verlege man das Feuerwehrhaus in eine fiktive Mitte, wäre der Weg für die Einsatzkräfte weiter. Dass die Wehren tagsüber nicht einsatzfähig seien, weil Personal fehle, stimme nicht, entgegnete Miller auf eine Anfrage.

Giebl fügte hinzu, dass neben der Erreichbarkeit auch die Akzeptanz für die Feuerwehr geringer sei, setze man das Haus auf eine grüne Wiese.

Flachdach ist undicht

Geld wird die Gemeinde Hergatz auch die Sanierung der 1977 gebauten Turn- und Festhalle Maria-Thann kosten. Schon im Jahr 2008 hatten Sportverein und Gemeinde eine Mängelliste erstellt, durch das starke Unwetter im vergangenen Jahr waren außerdem Wasserschäden entstanden.

Es sei höchste Zeit, dass etwas gemacht werde, betonte Wolfgang Sies, einer der Vorstände des SV Maria-Thann. 'Gerade die sanitären Anlagen sind in einem verheerendem Zustand und das Flachdach ist undicht', beschrieb er. Auch wollte er von Giebl eine genaue zeitliche Abfolge bezüglich der Sanierung erfahren.

'Wir werden im Gemeinderat darüber beraten und die wichtigsten Punkte nach und nach abarbeiten', entgegenete Giebl.

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