Obere Breite
Weilers Bürgermeister Rudolph will sich Zeit nehmen in Sachen Feneberg

Eine unerwartete Entwicklung gibt es in Sachen Bebauungsplan 'Obere Breite' in Weiler. Eigentlich hätte der Gemeinderat laut Tagesordnung einen Beschluss zur Untersuchung von Planungsalternativen fassen sollen - einmal mit und einmal ohne Verbrauchermarkt.

Nach dem Gegenwind aus der Bevölkerung bezüglich einer möglichen Ansiedlung von Feneberg bei der Bürgerversammlung am Freitagabend bat Bürgermeister Karl-Heinz Rudolph das Gremium nun, die Variante "mit Verbrauchermarkt" wieder zu streichen und sich zunächst isoliert nur der Erweiterung der Firma Seeberger zu widmen. Ein Wunsch, dem das Gremium, aus dem es in den vergangenen Wochen und Monaten viele kritische Stimmen dazu gegeben hatte, einmütig nachkam.

'Wenn wir es trennen, können wir uns mit dem Thema Verbrauchermarkt Zeit lassen. Vielleicht kriegen wir eine Diskussion auf einer sachlichen Ebene hin. Was ich nicht will, ist, dass durch so ein Projekt Unfriede ins Dorf kommt', schilderte Rudolph und ergänzte, dass er am Wochenende Kontakt zum privaten Besitzers eines anderen Grundstückes aufgenommen hätte, welches möglicherweise auch für Feneberg infrage käme. Details wolle er nicht-öffentlich erläutern.

Man wolle die Obere Breite nicht gedankenlos 'verklopfen', schließlich müsse man nachfolgenden Generationen Handlungsspielraum lassen.

Ein Ausspruch, der Joachim Zwerger – einer der Gegner der Feneberg-Umsiedlung – etwas süffisant zu folgender Bemerkung veranlasste: 'Schön, dass Sie unsere Argumente übernehmen.'

Außerdem schlug der Bürgermeister vor, der Gemeinderat solle sich gesondert im April oder Mai in einem ganztägigen Workshop nochmals ausführlich mit dem Thema Obere Breite und Feneberg befassen, zumal dieses auch eng verknüpft sei mit anderen Sachgebieten wie Bahnhof oder ÖPNV.

'Da hat offensichtlich über das Wochenende ein Sinneswandel stattgefunden', freute sich Eberhard Rotter.

Einen Workshop findet er insofern allerdings nicht gut, weil dieser nicht-öffentlich sei und das Gremium sich nicht dem Verdacht aussetzen sollte, 'dass Geheimdiplomatie betrieben wird'.

Planer untersucht Lärmschutz

Das soll es auch nicht sein, so Rudolph. Er wünscht sich lediglich, dass sich der Gemeinderat auch genügend Zeit für diesen 'wichtigen Schritt' nehme. In der Folge könne er sich vorstellen, in einer Art Bürgerwerkstatt auch die Bevölkerung einzubinden. Denn egal, wo Feneberg künftig seinen Standort habe: 'Wir haben immer betroffene Anlieger', so der Gemeindechef.

Daraufhin meinte Xaver Fink: 'Am wenigsten Widerstand wird es an der Stelle geben, wo er gerade ist.' Dort, in der Friedrich-Heim-Straße, ist der Lebensmittelmarkt in einem in Privatbesitz befindlichen Gebäude untergebracht. Trotz des Wunsches, sich verändern zu wollen, wurde der Mietvertrag vorzeitig bis 2018 verlängert.

Nicht nur deshalb sagte Bernd Ferber, dass Feneberg frühestens 2015/16 bauen müsse. Man habe also noch Zeit. Auch bei Bahnhof und Eschenlohr-Haus sieht er keine Eile geboten. Ein Termin für ein Workshop sei nicht dringend.

Stadtplaner Hubert Sieber (Lindau) soll nun, so der einstimmige Beschluss, unter anderem untersuchen, welche Auflagen für Seeberger in Sachen Lärmschutz an der Oberen Breite gelten, in der nach derzeitigem Stand ein Gewerbegebiet auf ein Wohngebiet treffen würde. Man habe hier 'ein Sammelsurium an Gebietsplanungen auf engstem Raum', erläuterte Bauamtsleiter Roland Schlechta die Schwierigkeit.

Ein Grund, weshalb Seeberger offenbar auch gerne Feneberg neben sich hätte – denn dadurch könnten Emissionen abgepuffert werden. Wenngleich die Räte einmütig die Erweiterungspläne der Hutfabrik für gut befinden, so wird dieser Aspekt kritisch gesehen.

'Eine Firma Seeberger kann nicht erwarten, dass ein Verbrauchermarkt die Abschirmung übernimmt', meinte Rotter und auch Fink machte deutlich: 'Das muss Seeberger allein hinbekommen.'

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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