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Straßenbau
Weiler-Simmerberg reicht Zuschussantrag für Ausbau der Gemeindestraße in Eyenbach ein

Plötzlich kam der Punkt, an dem Karl-Heinz Rudolph ungewohnt angesäuert regierte. 'Wenn Sie der Meinung sind, Sie wollen das nicht, dann lassen wir es halt so wie es ist', gab der Bürgermeister zu verstehen. Seit mehreren Minuten diskutierte der Gemeinderat von Weiler-Simmerberg über den geplanten Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von der Staatstraße 2001 bis hinunter zur Brücke im Ortsteil Eyenbach.

Was eigentlich nur ein formaler Akt werden sollte, wurde eine zähe Angelegenheit, die aber überraschenderweise dann doch mit einem einstimmigen Votum endete: Die Verwaltung kann wie vorgesehen den Zuschussantrag für Kosten in Höhe von rund 350.000 Euro bei der Regierung von Schwaben einreichen.

Schuld an allem ist das Hochwasser, das vor einem Jahr die Brücke in Eyenbach stark in Mitleidenschaft gezogen hatte. Sie muss deshalb neu gebaut werden. Darin sind sich alle Beteiligten einig. Der Neubau kostet rund 616.000 Euro, wobei die Gemeinde auf rund 75 Prozent Förderung schielt.

Nach Beendigung der Bauarbeiten dürfte die zur Brücke führende Straße angesichts schwerer Fahrzeuge ordentlich ramponiert sein, weshalb sie ebenfalls gerichtet werden muss. Im Gemeinderat drehte es sich nun um die Frage: Was darf das Ganze kosten?

"Die Kosten kommen mir sehr hoch vor", meinte Gemeinderat Eberhard Rotter über die angesetzten 350.000 Euro. Bereits bei der Sitzung im März war die Zahl öffentlich genannt worden, und auch damals empfanden sie einige Räte als deutlich zu hoch.

Dass der Zuwendungsantrag für die künftig 5,50 Meter breite Straße an die Regierung von Schwaben geschickt wird, hatte der Gemeinderat bereits im April nicht-öffentlich beschlossen. Nun ging es um eine nochmalige Zustimmung in öffentlicher Sitzung, da der Antrag bis 1. Oktober in Augsburg sein muss, wie Bauamtsleiter Roland Schlechta sagte.

Er rechnet mit 45 bis 50 Prozent Zuschuss. "Das hängt von unserer Finanzkraft ab", fügte er an. Baubeginn soll August 2012 sein, doch der Antrag müsse jetzt schon dafür eingereicht werden. "Sonst wäre wieder ein Jahr verloren."

Einige Räte hatten aber ein Problem damit, eine aus ihrer Sicht hohe Summe anzusetzen, ohne zu wissen, ob sie in dieser Größenordnung überhaupt notwendig ist - und finanzierbar. "Das Vorgehen gefällt mir nicht", sagte Gerd Ilg. Denn man müsse dann schon so bauen, wie es im Antrag steht, meinte er.

Auch für Tobias Eckart geht es um eine Menge Geld: "Andere Straßen sind stärker befahren - und da passiert nichts", meinte er mit Blick auf die von vielen Lkw frequentierten Steinbißstraße in Ellhofen.

Dennoch konnte Rudolph die Räte letztlich überzeugen. Hauptargument war, dass die Straße nach dem Brückenbau in jedem Fall gerichtet werden müsse. Durch Zuschüsse könne man aber "etwas Besseres" bekommen, als wenn man alles allein bezahlen müsse. "Wir bekommen für das gleiche Geld einen Mehrwert", meinte er und nannte beispielsweise die deutlich verbesserte Entwässerung.

Das erleichtere den Unterhalt und spare auf lange Sicht gesehen Geld. Mache man es nun halbherzig (sprich: billig), müsse man laufend nachbessern.

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