Vortragsreihe
Vortragsreihe: Der industrielle Umbruch hat das Allgäu verändert

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Der industrielle Umbruch im Allgäu, in Vorarlberg und in Schwaben zwischen 18. und Ende des 20. Jahrhunderts soll Anfang Juni beim Kornhausseminar in Weiler beleuchtet werden. Das von Professor Dr. Harry Pross im Jahr 1984 erstmals veranstaltete Vortrags- und Diskussionswochenende wird heuer zum siebten Mal von Gerd Zimmer, Orstheimatpfleger von Weiler-Simmerberg, mit Unterstützung von Professor Dr. Karl Filser (Universität Augsburg) organisiert. Als Titel wählten sie das Goethe-Zitat «Am sausenden Webstuhl der Zeit».

Die Entwicklung von Textil- und Hutindustrie sowie der damit einhergehende Strukturwandel bilden die Schwerpunkte der zweitägigen Veranstaltung. Die Textil-, Milch- und Käseindustrie in Schwaben sowie im Westallgäu erlebte im Verlauf des 19. Jahrhunderts einen enormen Aufschwung. Zwei Ereignisse haben diesen laut Gerd Zimmer eingeleitet: der Deutsche Zollverein, zu dem sich deutsche Bundesstaaten 1833/34 zusammenschlossen, um durch einheitliche Rahmenbedingungen einen Binnenmarkt zu ermöglichen, und der Bau der Eisenbahn. «Der Anschluss des Allgäus an die große, weite Welt brachte den Menschen Fortschritt, Arbeitsplätze und neue Perspektiven», sagt Gerd Zimmer.

Dabei betont er, dass das griffige Bild des Wandels «vom blauen zum grünen Allgäu» relativiert werden müsse. Ein «blaues Allgäu» habe es so nicht gegeben. Denn: «Die landwirtschaftlichen Flächen dienten nur zu acht bis zehn Prozent dem Flachsanbau», erklärt er. Darüber hinaus hätten die Bauern ihre Grundstücke zur Selbstversorgung genutzt, also als Acker- und Weideland.

Drama von Georg Büchner

Als populären Einstieg ins Thema hat Zimmer den Film «Woyzeck» von Werner Herzog nach dem gleichnamigen Drama von Georg Büchner mit Klaus Kinski in der Hauptrolle ausgewählt. Die Geschichte spielt in den 20er-Jahren des 19. Jahrhunderts. «Mit ihr möchten wir die sozialdramatischen Zusammenhänge jener Zeit verdeutlichen», sagt Zimmer. Für die Aufführung am Donnerstag, 2. Juni, um 20 Uhr im Kolpingsaal Weiler konnte er den Filmfachmann Karl Seitz aus Immenstadt gewinnen.

Das Kornhaus als Veranstaltungsort soll für das Kornhausseminar passend geschmückt werden. Hier erhält Zimmer Unterstützung von Manfred Röhrl vom Hutmuseum. Auch die deutsche Hutkönigin Anna Benedicta Walser trägt zum stilvollen Rahmen bei. Sie hält am Freitag, 3. Juni, um 13 Uhr im Rathaus Weiler die Begrüßungsrede.

Das Kornhausseminar wird mit einem vergleichsweise schmalen Budget verwirklicht. Organisator Gerd Zimmer ist froh über die Unterstützung durch den Markt Weiler-Simmerberg, der 2000 Euro gibt. Weitere Spenden und Zuschüsse kommen von der Raiffeisenbank (750 Euro), dem Landkreis (200 Euro) und der Stadt Lindenberg (250 Euro). «Wenn wir noch ein bisschen Eintrittsgeld einnehmen, geht die Rechnung auf», sagt Zimmer.

Informationen im Internet:

www.westallgaeuer-heimatmuseum.de

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