Konjunktur
Unternehmen im Landkreis Lindau haben noch viel zu tun, erwarten aber einen Rückgang

Mit der Lage sind die Unternehmen im Landkreis Lindau noch sehr zufrieden, aber für die nächsten Monate stellen sie sich auf eine schwächere Geschäftsentwicklung ein. Seit dem Frühjahr konnten mehr und mehr Firmen feststellen, dass die Auftragseingänge abnehmen. Anlass zur Sorge auf dem Arbeitsmarkt sehen die Wirtschaftsvertreter jedoch nicht.

Dies sind die zentralen Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer für den Landkreis. Neun von zehn Unternehmen aus der Region bewerten ihre Geschäftslage immer noch mit gut oder befriedigend, obwohl inzwischen bereits ein Viertel der Unternehmen von gesunkenen Auftragsvolumina im vergangen halben Jahr berichtet.

Für Thomas Holderried, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Lindau, ist dies jedoch kein Widerspruch: 'Viele Firmen arbeiten noch Aufträge ab, die vor längerer Zeit eingegangen sind. Die Auftragsbestände sind zum Teil immer noch sehr hoch. Das geringere Volumen an Aufträgen wirkt sich damit erst später aus, sofern es in der Zwischenzeit nicht wieder eine Belebung gibt.'

Dass die Auftragsbestände überwiegend immer noch sehr ausreichend waren, zeigt ein Blick auf die Kapazitätsauslastung. Diese ist im Vergleich zur Frühjahrsumfrage eher gestiegen als gesunken. 'Die Unternehmen arbeiten noch auf Hochtouren, auch wenn die Anzeichen für eine konjunkturelle Abkühlung deutlich vorhanden sind', fasst IHK-Vizepräsident Peter Rösler zusammen.

'Doch immer mehr Unternehmen rechnen inzwischen mit einer abnehmenden Kapazitätsauslastung, da die Aufträge nicht mehr in dem Ausmaß eingehen wie im vergangenen Jahr.'

Ursache für die geringere Auftragslage ist nicht nur die schwächere Nachfrage im EU-Ausland, bedingt durch die Wirtschaftskrise in vielen EU-Ländern, sondern auch die nachlassende Inlandsnachfrage. 'Die negativeren Rückmeldungen der Unternehmen sowohl zur Inlands- als auch zur Auslandsnachfrage haben zugenommen, wenn auch nicht in besorgniserregendem Ausmaß', bewertet Holderried die vorliegenden Zahlen.

'Alles in allem dürfte sich das Auftragsniveau auf relativ stabilem Niveau einpendeln. Wenn auch', so schränkt er ein, 'einzelne Branchen oder einzelne Unternehmen natürlich sehr unterschiedlich betroffen sein können, je nachdem in welchem Absatzmarkt sie verstärkt tätig sind. Es ist durchaus möglich, dass in manchen Regionen auch zusätzliche Aufträge gewonnen werden können.'

Die verhalteneren Prognosen der Unternehmen werden jedoch dazu führen, dass die jetzige sehr hohe Kapazitätsauslastung für die nächsten Monate nicht aufrechterhalten werden kann. 'Die Unternehmen sind insgesamt jedoch recht zuversichtlich, was auch die Investitionsbereitschaft zeigt.

Auch hier ist sicherlich der große Boom erst einmal vorüber, was jedoch nicht heißt, dass es einen Investitionsstillstand geben wird', so Rösler. Auch kapazitätserweiternde Maßnahmen stünden beim einen oder anderen Unternehmen durchaus noch auf dem Programm.

Personal soll bleiben

Für den Arbeitsmarkt sehen beide IHK-Vertreter für die nächsten Monate Stabilität. Aus den Antworten der Unternehmen lässt sich ablesen, dass die allermeisten an ihrem Personalstamm nichts verändern möchten. Dies bedeutet, dass zwar keine zusätzlichen Stellen geschaffen werden, aber es auch aller Voraussicht nach keine Entlassungen geben wird.

'Durch die gute Konjunkturlage in den vergangen zwei Jahren konnten sich die Unternehmen auch für etwas schwierigere Zeiten sicherlich gut rüsten und haben dies auch getan', sind Rösler und Holderried überzeugt. 'Dies trifft auch für die Mitarbeitersuche zu.

Die Anstrengungen, welche viele Unternehmen inzwischen unternehmen mussten, um geeignete Fachkräfte zu finden, wird sie dazu veranlassen, diese nicht bei erster Gelegenheit wieder freizustellen'.

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