Brauchtum
Umstrittener Funken in Lustenau: Nur das Wetter kann dem Rekordfunken noch im Weg stehen

Die Lustenauer Funkenzunft möchte in diesem Jahr einen Weltrekord aufstellen: 58,60 Meter hoch soll ihr Funken werden. Das Vorhaben ist umstritten.
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  • Die Lustenauer Funkenzunft möchte in diesem Jahr einen Weltrekord aufstellen: 58,60 Meter hoch soll ihr Funken werden. Das Vorhaben ist umstritten.
  • Foto: Lukas Hämmerle/Thomas Holzer
  • hochgeladen von Stephanie Eßer

58,60 Meter hoch soll der umstrittene Funken in Lustenau werden. Die Funkenzunft der Vorarlberger Gemeinde möchte damit ihr 40-jähriges Bestehen feiern und mit dem Abbrennen einen Weltrekord erzielen.

Kritiker halten den Versuch für gesundheitsgefährdend und umweltschädlich. Schätzungen zufolge sollen rund 100 Tonnen Holz für den Funken verwendet werden. Damit werde Holz verschwendet, so die Befürchtung. Für den Funken werde aber unbehandeltes Altholz verwendet, so der Lustenauer Bürgermeister, Kurt Fischer. Nur für den Unterbau, der aufgrund der Größe stabil sein muss, werde "ausnahmsweise auch Holz aus Windwurf und Insektenbefall verwendet". Ein weiterer Kritikpunkt: Feinstaub und Kohelstoffdioxid, das bei der Verbrennung freigesetzt werden soll, seien schädlich für Umwelt und Gesundheit. "Hier wird der für manche provokant hohe Funken zur Projektionsfläche für eine zum Teil sehr emotional geführte Debatte über Emissionen, insbesondere auch Feinstaub", sagt der Bürgermeister.

Laut Angaben des Österreichischen Rundfunks wurde der Lustenauer Bürgermeister angezeigt, weil er den Funken genehmigt haben soll. "Meine Aufgabe als Bürgermeister ist es nicht, den Funken zu genehmigen – das gilt übrigens für alle anderen rund 100 Funken in Vorarlberg unabhängig von deren Größe", sagt Fischer auf Nachfrage. Nicht er, sondern das Land Vorarlberg erteile Genehmigungen für das Abbrennen. "Die Anzeige richtet sich an die Aufsichtsbehörde, das heißt die Bezirkshauptmannschaft Dornbirn", erklärt der Lustenauer Bürgermeister. Er sei froh, dass die Aufsichtsbehörde den Fall prüfe. Das sei besonders wichtig, wenn es um das Thema Großveranstaltungen gehe.

Was der Weltrekordversuch noch mit Tradition zu tun hat, hinterfragen einige unserer User auf Facebook. Unverständig zeigen sie sich angesichts der enormen Größe, die nichts mehr mit einem traditionellen Funken zu tun habe. "Es ist legitim und verständlich, dass ausgehend von diesem großen Jubiläumsfunken über die Grenzen von Brauchtum und Tradition diskutiert wird", meint Fischer. Wichtig sei aber auch festzuhalten, dass die Hofstalder Funkenzunft diesen Brauch in den letzten 40 Jahre lebendig gestaltet hat und damit das Aussterben des Funkens in Lustenau verhindert habe.

Doch nicht alle User können die Argumente gegen das geplante Funkenfeuer nachvollziehen. Früher seien auch schon "Wettebewerbe" um den größten Funken ausgetragen worden – dort allerdings in kleinerem Maßstab. Andere werfen den Kritikern vor, bei dem Funken über Umweltschädlichkeit nachzudenken, selbst aber mit dem Flugzeug in den Urlaub zu fliegen. Befürworter setzen außerdem entgegen, dass bei der Verbrennung von Holz nicht mehr Kohlenstoffdioxid freigesetzt würde, als der Baum vorher gespeichert habe.

Wie geht es nun weiter?

Durch eine Sonderbestimmung in der Verordnung des Landes Vorarlberg wurde das Abbrennen des Lustenauer Funkens genehmigt. Aufgabe der Gemeinde und des Bürgermeisters als Veranstaltungsbehörde ist es nun, Sicherheitsmaßen für die Veranstaltung vorzuschreiben. Wegen des großen Interesses in den Medien und der öffentlichen Diskussion um den Weltrekordversuch, rechnet der Bürgermeister mit sehr vielen Besuchern. Er hofft, dass bis zum Veranstaltungstag am 16. März alle Sicherheitsfragen geklärt werden konnten.

Eine Unbekannte sei derzeit noch das Wetter. Sollte es am geplanten Termin stürmisch sein, "wäre der ganze Aufwand und auch die ganze Aufregung wohl umsonst", stellt der Lustenauer Bürgermeister fest.

Die Lustenauer Funkenzunft möchte in diesem Jahr einen Weltrekord aufstellen: 58,60 Meter hoch soll ihr Funken werden. Das Vorhaben ist umstritten.

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