Planungen
Über 100 Bürger kritisieren aktuelle Konzepte

Über 100 Bürger haben sich mit ihrer Unterschrift gegen die aktuellen Pläne der Dorferneuerung Wohmbrechts ausgesprochen. Trotzdem hat der Hergatzer Gemeinderat die Entwürfe mit vier Gegenstimmen gebilligt.

Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt sich die Gemeinde Hergatz nun schon mit dem Thema Dorferneuerung. Doch konkrete Ergebnisse kann sie bisher nicht vorweisen. Unstimmigkeiten in Dorf und Gemeinderat und auch die finanzielle Situation des Ortes werden immer wieder von verschiedenen Seiten als Grund dafür aufgeführt, warum die Konzepte und Pläne nicht umgesetzt wurden. Wirklich sprechen darüber, was falsch gelaufen ist, wollen jedoch die wenigsten.

Doch nun konkretisieren sich die Planungen für eine Umgestaltung des Rathausvorplatzes und des danebenliegenden Parkplatzes. Die Teilnehmergemeinschaft unter Baudirektor Jürgen Wöhr hat die aktuellen Pläne jetzt im Gemeinderat vorgestellt. Gleichzeitig hat jedoch Dirk Schelten, stellvertretender Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft, eine Liste mit über 100 Unterschriften überreicht.

Darauf haben Bürger unterschrieben, die mit den derzeitigen Plänen der Dorferneuerung zumindest in Teilen nicht einverstanden sind.

Bürgermeister Uwe Giebl sieht sich in dem ganzen Prozess selbst als «Motor der Dorferneuerung». Es ist offensichtlich, dass er alles dran setzt, damit nun endlich etwas passiert. Für die geplanten Projekte winken hohe Fördersätze von um die 60 Prozent.

Die jetzigen Planungen sollen deshalb, so scheint es, möglichst bald verwirklicht werden. Zweifel daran, dass die Mehrheit der Bürger hinter den aktuellen Planungen stehen, haben weder Wöhr noch Giebl. «In zwei Bürgerversammlungen wurden die Planungsergebnisse überprüft», betont etwa Wöhr.

Und dass nun über 100 Hergatzer mit ihrer Unterschrift deutlich machen, dass sie mit den derzeitigen Planungen nicht einverstanden sind, stört offensichtlich weder Baudirektor Jürgen Wöhr noch Bürgermeister Giebl. Und auch der Gemeinderat billigt mit vier Gegenstimmen die aktuellen Planungen.

Zu jeder Zeit seien Bürger mit einbezogen gewesen, hätten die Möglichkeit zur Teilnahme gehabt und alles sei nach demokratischen Regeln abgelaufen, betonen Wöhr und Giebl einhellig.

Mit dem Argument, dass «in zwei oder drei Jahren wieder jemand mit einer besseren Idee kommen könne» und somit die Konzepte immer wieder umgeschmissen und aufgehalten werden könnten, erklärte Wöhr den aktuellen Planungsstand für zementiert.

«Wie lange wollen Sie das Spiel denn noch weitermachen?», fragte der Baudirektor den Gemeinderat Klaus Bilgeri, als der ihm in der Sitzung vorwarf, die alternativen Ideen und Vorschläge nicht zu berücksichtigen. «Die Ideen sind nicht zielführend», argumentiert Wöhr außerdem und fügt hinzu: «Mein Job ist es, Sorge zu tragen, damit das ganze in die richtige Richtung läuft, damit es eine Förderung gibt.»

Von Haus zu Haus

Alternativen hat sich etwa Schelten überlegt. Schon im April des letzten Jahres hat er zehn Punkte ausgearbeitet und diese schriftlich Baudirektor Wöhr zugeschickt. Er war es auch, der von Haus zu Haus gezogen ist, um die über 100 Unterschriften zu sammeln. Verfechter der aktuellen Pläne werfen Schelten direkt oder subtil vor, die Menschen zum Unterschreiben gedrängt oder in ihrer Meinung beeinflusst zu haben.

Geht es um das Thema Dorferneuerung im Gemeinderat, ist die Situation merklich angespannt. Während sich die einen Räte auf die Detailplanungen stürzen - etwa wie groß das Bushäuschen auf dem Parkplatz werden solle - stellen andere das komplette Konzept in Frage. Dem Ganzen fehle «Hand und Fuß», sagte etwa Bilgeri. Immer wieder wird der Vorwurf laut, es gehe primär um Fördermittel und nicht um schlüssige Konzepte. «Bauliche Maßnahmen können wir nur mit Fördermittel umsetzen», entgegnet darauf Giebl.

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