Versammlung
Teilnehmer des Dekanatsrates sorgen sich um Erhalt der Kirche in Heimenkirch

Sichtlich bewegt war Dekan Franz Xaver Schmid am Ende der Frühjahrsvollversammlung des Dekanatsrates in Heimenkirch: 'Ich bin beglückt über das Engagement, mit welcher Liebe zur Kirche hier diskutiert wurde', so Schmid. Das mache ihm Mut.

Die Teilnehmer beschäftige vor allem zwei in der Diözese derzeit diskutierte Themen: die geplante Fusion von Pfarrgemeinden und die Abschaffung der Wortgottesdienste als Ersatz für die Eucharistie-Messen. Am Ende des Abends waren sich die Teilnehmer einig, dass die Inhalte der Diskussion in einem Schreiben an Bischof Konrad Zdarsa weitergegeben werden sollen.

'Pflicht, die Meinung zu sagen'

Vorangegangen war den Diskussionen ein Rückblick von Pater Dr. Werner Nidetzky, dem Leiter des Missionshauses der Comboni-Missionare in Mellatz, auf das Zweite Vatikanische Konzil, das vor 50 Jahren begann. Aus den damals entwickelten Texten leitete Nidetzky das Recht der Versammelten ab, ihre Meinung zu äußern. Mehr noch: Es bestehe 'bisweilen die Pflicht', die Meinung zu erklären zu dem, 'was das Wohl der Kirche angeht'.

Es führe zu einem 'Durcheinander', wenn in der benachbarten Diözese und damit beispielsweise schon in Wangen eine andere Praxis herrsche, sagte Dekan Schmid über die Absicht von Bischof Zdarsa, wonach es künftig keine Wortgottesdienste als Ersatz für Eucharistie-Messen mehr geben solle.

Nach Ansicht von Elisabeth Rotter (Weiler) gibt es schon innerhalb des Dekanats Unterschiede, 'weil die Pfarrer manches unterschiedlich handhaben'. So fragte sich Dr. Wolfgang Heckmann (Scheidegg), an welche 'heilige katholische Kirche' gemäß dem Glaubensbekenntnis er glauben solle. 'Eine Weltkirche, die im Kleinen nicht an einem Strang zieht, fällt irgendwann auseinander', so Heckmann. Für Pater Nidetzky steht indes auf Grundlage des Konzils fest: 'Der Wortgottesdienst besitzt einen Eigenwert.' Dekan Schmid forderte, den Bischof ernst zu nehmen hinsichtlich der Mahnung, dass der Wert der Eucharistie gelitten habe. 'Eine Woche nach der Erstkommunion kommen von 30 Kindern noch fünf zur Messe', stellte Schmid fest.

Prodekan Martin Steiner (Wasserburg) erinnerte daran, 'dass auch Wortgottesdienste oft schwach besucht sind'.

Zweiter Schwerpunkt war die geplante Fusion von Pfarrgemeinden. Hier stellte Pater Nidetzky die Sicht des Konzils voran, nach der alle Gläubigen von Gott berufen und gesandt seien. Das 'gemeinsame Priestertum aller Gläubigen' führe zu einer 'geschwisterlichen, nicht hierarchischen Kirche'. Daraus entstehe auch Verpflichtung für die 'Laien' zum Mitwirken – wobei Nidetzky diesen Begriff als irreführend bezeichnete: 'Besser ist von Christen die Rede'. Jeder sei aus der Taufe heraus verpflichtet und aufgerufen zum Dienst in der Kirche.

Vor diesem Hintergrund kritisierten mehrere Ratsmitglieder die 'von oben verordneten' Fusionspläne. Es fehle das 'Einfühlungsvermögen', so Werner Günthör (Weißensberg). Grundsätzlich sei es positiv, welche Themen Bischof Zdarsa anstoße: 'Wir haben noch nie so intensiv diskutiert.' Für Bruno Bernhard (Weiler) droht die 'Zerstörung von Strukturen, die über Jahrhunderte im ländlichen Raum entstanden sind.' Und: 'Ich wundere mich, dass sich die Politiker so zurückhalten.' Denn: 'Das ist der Keim für etwas, was unumkehrbar ist.'

Lucia Giray (Lindenberg) regte an, darüber hinaus aus jeder Gemeinde heraus Schreiben an den Bischof zu verfassen. Thomas Heim (Scheidegg) stellte allerdings fest: 'Schreiben gab es schon. Aber es kam nie etwas zurück.'

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