Bürgerversammlung
Sonntags-Verkauf regt Anlieger auf

Schuhe, Schokolade, Hosen, Textilien - das alles geht bei den Geschäften im Trigema-Komplex an der B 12 bei der Klausenmühle auch sonntags über den Ladentisch. Dieses Thema erhitzte bei der jüngsten Bürgerversammlung in Weitnau die Gemüter. Pläne, die Zahl der erlaubten Verkaufssonntage von jetzt 28 auf 40 zu erhöhen, stießen auf geharnischten Protest von Anliegern.

Matthäus Herb empörte sich darüber, dass «Trigema von 365 Tagen 360 Tage geöffnet hat». Erlaubt seien dem Unternehmen mit einem Trigema-Geschäft und drei Untermietern in dem Komplex nur 28 verkaufsoffene Sonntage. Daran halte sich Inhaber Wolfgang Grupp aber nicht. Dabei müsse der Sonntag doch ein Tag der religiösen Einkehr und der Familie bleiben, meinte Herb.

Bürgermeister Alexander Streicher räumte ein, dass die Einhaltung der erlaubten 28 Sonntage bisher nicht kontrolliert worden sei. Der Finanzausschuss habe nun die Lösung vorgeschlagen, dem Unternehmen 40 Sonntage im Jahr zu genehmigen und dies auch zu überprüfen. Schon beim ersten Verstoß werde dann ein Bußgeld über 500 Euro fällig. Der Gemeinderat werde über diese Frage gegen Ende des Jahres beschließen.

Es sei zu bedenken, dass für viele Arbeitnehmerinnen ihr Arbeitsplatz bei Trigema wichtig sei, auch für das Unternehmen seien diese stärksten Umsatztage an Sonntagen von Bedeutung, so dass Grupp sogar mit Schließung drohe, wenn die Bedingungen schlechter würden.

Dagegen wandten Anlieger ein, dass nach dem Landenschlussgesetz in Kur- und Erholungsorten nur bestimmte Waren wie Badegegenstände oder Devotionalien an Sonntagen verkauft werden dürften, ein Textilgeschäft passe in diese Verordnung nicht rein. Pfronten etwa habe es abgelehnt, die Sonntagsöffnungstage für Trigema auszudehnen.

Für die Bewohner im Umfeld sei es mittlerweile unmöglich, sich an Sonntagen im Freien aufzuhalten wegen des Lärms der ankommenden Businsassen, die ihre Notdurft auch mal an ihrer Terrasse verrichteten. Ihre Häuser könnten sie gar nicht mehr verkaufen, weil sie keiner wolle.

Bürgermeister Alexander Streicher versprach, vor einer Entscheidung in dieser Frage die Anwohner einzubeziehen. Allerdings sei das Ladenschlussgesetz mittlerweile dehnbar und könne unterschiedlich ausgelegt werden. Der Gemeinderat werde eine Lösung suchen, die dann auch kontrolliert werde.

 

Zwischen Weitnau und Kleinweiler haben Trigema und drei weitere untervermietete Geschäft auch an Sonntagen geöffnet. Jetzt geht es darum, an welcher Anzahl von Sonn- und Feiertagen die Gemeinde den Verkauf erlauben soll. Foto: Martina Diemand

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