Ortsgestaltung
Sechs Büros stellen den Heimenkircher Bürgern ihre Vorschläge für Bahnhofstraße und Bahnhalt vor

Noch rollt der Hauptverkehr in Heimenkirch zwischen Adler und Paul-Bäck-Haus, Sonne und Karg-Haus, Rathaus und Sparkasse – und nimmt dabei zwei 90-Grad-Kurven. Das wird sich ändern, wenn noch in diesem Jahr die Bundesstraße in die Bahnhofstraße verlegt wird.

Wie zwei Schläuche liegen Fahrbahn und der neue Bahnhalt dann nebeneinander, ziehen sich 180 Meter zwischen Paul-Bäck-Haus und dem westlichen Zugang zu den Geleisen. Um ihrem Ort hier ein Gesicht zu geben, den Straßenraum zu gliedern und die Bahngäste ansprechend zu begrüßen, hat der Markt einen Wettbewerb für Architekten und Landschaftsgestalter ausgeschrieben. Gestern Nachmittag stellten die sechs teilnehmenden Büros den Heimenkirchern und der Jury ihre Ideen vor.

In der Bürgerwerkstatt hatten Bewohner selbst Eckpunkte für die Planung fixiert: So ist als Baumaterial Holz gewünscht, und Sitzgelegenheiten sollen so hoch sein, dass man mühelos aufstehen kann. Gewünscht wäre auch ein Kunstwerk.

Blüten und Bretter

Das Büro 'Gruber+Haumer' aus Bürs (Vorarlberg) möchte drei Pergolen aus Holz zwischen Straße und Bahnhalt anbringen. Sie sollen mit Kletterpflanzen wie Blauregen bewachsen sein und Passanten zum Durchgehen oder Verweilen auf integrierten Sitzgelegenheiten einladen. Eine dieser Konstruktionen dient als Fahrradunterstand.

Zum Sichtschutz schlagen die Vorarlberger Wände vor, die aussehen wie übereinandergestapelte, sägeraue Bretter. Blüten spielen in diesem Entwurf eine große Rolle. So wollen die Landschaftsarchitekten Zierkirschen pflanzen, die den reichen Obstbaumbewuchs um Heimenkirch aufgreifen.

Abstrahierter Zugwaggon

Das Büro '365 ° freiraum + umwelt' aus Überlingen orientiert sich am Thema Zug. Seine raumbildenden Elemente bestehen aus Stahlgerüsten, die an die abstrahierte Form von Waggons erinnern und mit Holzlatten ausgestattet werden können. Denkbar seien die Module auch mit Überdachung, eingehängtem Klettergerüst, halb oder ganz offenen Seiten. Zwischen sie wollen die Planer 'Grünzüge' aus pflegeleichten Stauden platzieren.

Holzstapel

Das Planungsbüro Löffelholz aus Lindau hat sich als Elemente Holzstapel ausgedacht, die in unterschiedlichen Größen und Formen entlang der Straße verteilt werden.

Durch farblich gestaltete Pflasterung sollen die zwei 'Knotenpunkte' – vor dem Bahnhaltzugang und auf Höhe des Paul-Bäck-Hauses – sowie ein dazwischen liegender Platz betont werden. Einen Akzent setzt Planer Peter Löffelholz beim Paul-Bäck-Haus. Wie einen Rahmen will er eine Holzwand um den Brunnen am Paul-Bäck-Haus aufstellen. Weiters möchte er mit Heinbuchenhecken gestalten und Flächen mit Rasen sowie mit Rindenmulch decken.

Hügellandschaft

Das Büro 'mayr-baldauf architektur und stadtgestaltung' aus Lindenberg hat sich intensiv mit den Ergebnissen aus der Bürgerwerkstatt auseinandergesetzt.

Die aus Heimenkirch stammende Architektin Christine Mayr-Baldauf möchte zwischen Bahnhalt und Straße Pergolen aufstellen, die aus in Stahlrahmen gehängten Holzlamellen bestehen. Farblich gestaltet bringt sie hier eine Wellenstruktur ein. Diese soll in dazwischen gepflanzten Buchenhecken fortgesetzt werden – als Würdigung der hügeligen Landschaft, in die Heimenkirch eingebettet ist.

Bei der zum Bahnhalt führenden Treppe schlägt sie einen Brunnen vor, da Heimenkirch durch die Leiblach und seine vielen Brunnen stark durch das Element Wasser geprägt sei. Mayr-Baldauf lässt den Heimenkirchern viele Möglichkeiten, die fünf Meter langen Pergola-Abschnitte zu füllen: mit Sitzelegenheiten, Klettergerüst, Schaukeln.

Farbeffekte

Architekt Heinz-Werner Nottberg und Bildhauer Max Schmelcher greifen mit ihren zwischen Straße und Geleisen aufgelockert platzierten, variablen Holzelementen die Berglandschaft auf. Die aus sägerauen Weißtannenprofilen gebauten Wandstücke können verschiedenartig genutzt und erweitert werden. Indem Schmelcher die Zwischenräume der Lamellen farblich gestaltet, ergeben sich beim Vorübergehen oder -fahren verspielte, dynamische Effekte. Schmelcher will zudem vor dem Paul-Bäck-Haus eine mit der Motorsäge geschaffene Skulptur anbringen, die für den Austausch zwischen den Menschen steht. Passend dazu soll der Brunnen verkleidet werden.

Geschichtsstunde

Das Büro 'bs-landschaftsArchitekten' aus Lindenberg möchte farbige Holzstelen in mäandrierenden Linien entlang der Straße anbringen, um die Blicke der Vorbeifahrenden vom Bahnsteig abzulenken und so als Sichtschutz zu wirken. Durch unterschiedliche Abstände soll sich ein Wechselspiel von Licht und Schatten ergeben. Als weitere Sichtschutzelemente haben sich die Planer Konstruktionen aus Kunststoff und Metall ausgedacht, die durch eingearbeitete Bilder und Texte Aspekte aus der Heimenkircher Geschichte erzählen.

Das Büro hat ein genaues Konzept für die Pflanzung ausgearbeitet mit dem Ziel, über das Jahr möglichst viel Farbe und Abwechslung in den Ort zu bringen.

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