Natur
Rehbrunft treibt Wild auf die Straßen

Von Ende Juli bis Mitte August ist die heiße Phase für die Rehe: 'Für sie beginnt die Paarungs- oder Blattzeit, wie es in der Jägersprache heißt', sagt Christian Aigner vom Kreisjagdverband Lindau.

Unermüdlich wirbt der Bock um die Geiß, die mit der Absonderung von Duftstoffen signalisiert, dass sie zur Paarung bereit ist. Der Bock treibt die brunftige Rehgeiß durch Wald und Feld. Deshalb bitten die Jäger Verkehrsteilnehmer um besondere Vorsicht.

Gerade bei sommerlichen Temperaturen wird der Bock besonders aktiv und läuft seiner Angebeteten kilometerweit hinterher. Bei der Annäherung eines Rehbockes ergreift die paarungsbereite Rehgeiß zunächst die Flucht, um ihn dann immer wieder anzulocken. Auch untereinander liefern sich die Böcke Rivalenkämpfe und Verfolgungsjagden.

'Blind vor Liebe - oder besser gesagt völlig hormongesteuert - reagiert das Rehwild unvorsichtig und überquert im vollen Lauf die Straßen', warnt Aigner. Der Kreisjagdverband bittet die Autofahrer, besonders vorsichtig zu fahren, denn gerade jetzt ist zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Rehwild auf den Straßen zu rechnen, auch außerhalb von Waldgebieten.

Autofahrer sollten entsprechend langsam fahren, um rechtzeitig bremsen zu können, und speziell bei Fahrten durch den Forst den Waldrand im Auge behalten.

'Jetzt ist besondere Vorsicht geboten, denn ein Reh kommt selten allein', sagt Christian Aigner. Meist folgt der Rehgeiß der liebestolle Bock, der seine Erwählte vor sich hertreibt. Taucht ein Wildtier auf der Fahrbahn auf, sollte abgeblendet und kontrolliert gebremst werden. Ist ein Zusammenstoß nicht zu verhindern, bleibt dem Fahrer nur übrig, das Lenkrad unbedingt gerade zu halten.

Aigner: 'Wenn es dennoch zu einem Wildunfall kommen sollte, bitte sofort die nächste Polizeidienststelle verständigen. Die Polizei informiert den zuständigen Jagdpächter, der sich mit seinem Jagdhund unverzüglich auf die Suche nach dem verletzten Wild macht, um es so schnell wie möglich von seinem Leiden zu erlösen.'

Außerdem stellt die Polizei bei der Meldung eines Wildunfalls eine Bestätigung zur Vorlage bei der Kfz-Versicherung aus.

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