Ramadan: Fasten ist «ziemlich krass»

Oguzhan und Noah sind sich einig: Fasten ist unglaublich schwierig. «Man kommt an den Punkt, da hat man auf einmal Hunger und Durst und möchte nur noch was trinken oder essen», erzählt der 17-jährige Noah Sinz aus Scheidegg.

Am 1. August hat für die Muslime der Ramadan begonnen. Bis zum 29. August gilt es, nach Sonnenaufgang weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Neben den religiösen Aspekten soll der Ramadan den Menschen auch die Möglichkeit bieten, das Schicksal von Hungerleidenden nachzuempfinden. << Außerdem ist es ein Test für die Fastenden, ob unsere Triebe uns im Griff haben oder ob wir sie im Griff haben >>, sagt Bülent Aydin, Berater der Moschee in Lindenberg.

Der elfjährige Oguzhan Üstün hat dieses Jahr zum ersten Mal gefastet. Mit Beginn der Pubertät werden junge Muslime langsam an die Prozedur herangeführt. Für Oguzhan ist es nicht ungewöhnlich, dass im Ramadan gefastet wird - auch wenn er selbst erst dieses Jahr damit begonnen hat. << Meine Eltern und mein Bruder fasten immer >>, sagt der Schüler.

<< Ich wollte es jetzt auch mal probieren. >> Bis 20 Uhr hatte er es trotz Hunger und Durst ausgehalten, doch die letzte Stunde zog sich unglaublich lange hin. << Ich wollte schon früher was essen, aber dann habe ich doch noch durchgehalten >>, sagt der Junge. << Es war dann schön, als ich das Fasten brechen konnte. Leider habe ich aber zu viel gegessen und Bauchweh bekommen. >> Vielleicht werde er in der nächsten Woche noch einmal einen Fastentag einlegen.

Noah Sinz aus Scheidegg ist ebenfalls ein Erstfaster, obwohl er kein Muslim ist. Bülent Aydin hat ihm vom Ramadan erzählt und auf die Idee gebracht einen Tag zu fasten. << Für uns ist es ganz selbstverständlich, dass wir immer essen oder trinken können. Ich wollte mal sehen, wie es anders sein kann.

>> Seine Freunde hätten gemeint, er würde es niemals schaffen. << Es war dann auch ziemlich krass. Ich war kurz davor, was vorher zu essen. Aber dann wäre alles umsonst gewesen >>, sagt der 17-Jährige. Die Erfahrung sei auf jeden Fall unvergleichlich. << Man versteht dann, wie sich die Hungernden in Somalia fühlen. Die können abends nicht einfach das Fasten brechen >>, so der Schüler. Noah Sinz hat bereits seinen nicht-muslimischen Freunden empfohlen einen Tag zu fasten - und auch er würde jederzeit wieder mitmachen.

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