Vorhaben
Projektpause in Sachen Biosphärengebiet

Die Biosphärenregion Allgäu liegt auf Eis und ist in seiner ursprünglich geplanten Form wohl gestorben. Bei einer Sitzung in Isny haben die beteiligten Gemeinden und Landratsämter beschlossen, bei dem Thema «eine Pause einzulegen», wie es Isnys Bürgermeister Rainer Magenreuter formuliert. Am Ziel einer grenzübergreifenden Organisationsform wollen die Gemeinden aber festhalten. Wie das konkret aussehen kann, ist derzeit unklar.

23 Gemeinden aus dem Allgäu wollten das Biosphärengebiet gemeinsam aus der Taufe heben. Protest dagegen hatte es von Landwirten und Waldbesitzern gegeben. Sie fürchteten erhebliche Einschränkungen für die Bewirtschaftung ihrer Flächen. «Der Druck war teilweise extrem», beschreibt Maierhöfens Bürgermeister Martin Schwarz die Lage vor allem in einigen Oberallgäuer Orten.

Gegen den Widerstand der Grundbesitzer aber konnten und wollten die Kommunalpolitiker das Projekt nicht durchsetzen. «Wenn diejenigen, die Förderungen bekommen hätten, darauf lieber verzichten, weil sie Einschränkungen für ihr Handeln befürchteten, dann können wir nichts machen», meint beispielsweise Weitnaus Bürgermeister Alexander Streicher.

Deshalb haben die beteiligten Gemeinden und Landratsämter «vorerst eine Pause für das Biosphärengebiet vereinbart», sagt Isnys Bürgermeister Magenreuter. Ganz gestorben ist das Thema für ihn aber nicht, auch, weil es neben Kritik viel Zustimmung zu dem Projekt gegeben habe. Deshalb würden die Gemeinden «die Grundidee weiterführen». Sie seien überzeugt, dass die einzigartige Landschaft eine besondere Auszeichnung brauche. Gerade die gemeinsame touristische Vermarktung der Region wäre mit einem so bekannten, weltweit vertretenen Logo bestens möglich gewesen, bedauert Magenreuter. Und: «Wir sind überzeugt, dass wir in der Sache auf dem richtigen Weg sind, haben aber auch erkannt, dass noch großer Gesprächs- und Informationsbedarf besteht.

Deshalb wollen wir vorerst eine Pause einlegen, um Alternativen zu prüfen und um das Ziel, eine besondere, grenzübergreifende Organisationsform für die gemeinsame Sache zu erreichen». In welche Richtung die neuen Überlegungen gehen, sei völlig offen.

Das grenzübergreifend gute Verhältnis betont auch Martin Schwarz. «Wir haben einen gemeinsamen Nenner gefunden», sagt der Maierhöfener Rathauschef. Bis neue Vorschläge zur Diskussion stehen, wird es aber wohl noch eine Weile dauern, vermutet er. «Erst müsse Ruhe einkehren».

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen