Draußen umgeschaut
Pflanzenwelt: Die Gelbe Wandflechte ist im Allgäu weit verbreitet

Unter dem Motto 'Draußen umgeschaut' weist Michaela Berghofer vom Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu in unregelmäßigen Abständen auf Besonderheiten in unserer Natur hin. Vorgestellt in der Heimatzeitung werden heimische Tiere und Pflanzen. Heute: Die Gelbe Wandflechte.

Da im November die Pflanzenwelt zur Ruhe gekommen ist, fällt eine Art gerade besonders auf: die Gelbe Wandflechte. In Bayern gibt es wohl an die 1800 Arten, schätzt Michaela Berghofer, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes Lindau-Westallgäu.

Sie kommen in vielen Farben und unterschiedlichen Wuchsformen auf verschiedenem Untergrund wie Baumrinde, Felsen oder offenem Boden vor. 'Flechten sind Organismen, die aus einer sehr spezialisierten Lebensgemeinschaft von Pilz und Alge bestehen', sagt Berghofer. Pilze können ihre Nahrung nicht selbst herstellen.

Sie nutzen dazu Algen, die Fotosynthese betreiben, also aus Licht, Kohlendioxid und Wasser unter anderem Zucker bilden. Die Algen leben dabei geschützt und mit Wasser versorgt im Geflecht der Pilzfäden. Flechten wachsen nur wenige Millimeter im Jahr. 'Sie können allerdings einige hundert Jahre alt werden und gehören zu den langlebigsten Organismen dieser Erde', sagt Berghofer.

Besonders auffällig ist die hier in der Region weit verbreitete Gelbe Wandflechte (Xanthoria parietaria). Sie wächst bevorzugt auf Laubbäumen, Mauern, Zäunen und sogar Betonplatten. Die Flechte findet gute Lebensbedingungen, wenn viel Stickstoff in der Luft ist. 'Man findet sie oft in der Nähe von landwirtschaftlichen Nutzflächen oder Viehweiden', weiß Berghofer. Die Gelbe Wandflechte leuchtet gelb, wenn sie an lichtreichen Stellen wächst.

Auf der Nordseite oder im Schatten färbt sie sich eher grün oder bekommt einen Grauton.

Flechten sind Bioindikatoren, also Zeigerorganismen für die Qualität unserer Luft. Die verschiedenen Arten regieren mit unterschiedlicher Empfindlichkeit auf Luftverschmutzungen und Schadstoffe. Aus dem Vorkommen der einen oder anderen Art können daher Rückschlüsse auf den Zustand unserer Luft gezogen werden. Die Gelbe Wandflechte gehört zu den robusteren Arten, die eine gewisse Menge an Luftverunreinigungen aushält. Das ist auch der Grund, warum sie recht weit verbreitet ist.

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