Buch
Pfarrer Erich Puchta hat einen Begleiter durch die Fastenzeit verfasst

Einen Begleiter durch die Passions- und Fastenzeit hat der evangelische Pfarrer Erich Puchta geschrieben. Der Titel: «Geborgen in Gottes Hand». Das 282 Seiten dicke Buch gibt von Aschermittwoch bis Ostern täglich spirituelle Impulse. Puchta nimmt biblische Texte als Grundlage für seine Meditationen und bietet den Leserinnen und Lesern von ganz verschiedenen Seiten Zugänge zu Leiden, Tod und Auferstehung Christi.

«Vieles im Leben begreifen wir nur mit einem einfühlenden Herzen», schreibt Erich Puchta in seinem Vorwort. Der Blick auf das Leiden Jesu solle die Menschen mitfühlender machen, achtsamer im Umgang mit sich selbst und allem Lebenden. Für diese Entwicklung bietet der Theologe seinen Weg durch die Fastenzeit an.

40 Tage umfasst die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Karsamstag. Für jeden dieser Tage hat Erich Puchta aus der Passionsgeschichte in den Evangelien Gegenstände, Bilder und Symbole ausgewählt, anhand derer er seine Betrachtungen aufbaut.

Puchta geht dabei vor wie beim Bibliodrama. Das ist eine Meditationsform, bei der biblisches Geschehen mit menschlichen Grunderfahrungen in Verbindung gebracht wird - oft durch Identifikation mit Gegenständen oder Figuren bei Rollenspielen oder Theater. Ein Beispiel:

Der Dornenstrauch

Als Maria durch den Dornenwald ging

da spürte ich sanftes Wehen

durch meine Zweige

zu Ehren des Gottessohnes

den sie in ihrem Leib barg

entfalteten sich meine Knospen

zu blutroter Blüte

Nun bin ich verblüht

und harte Dornzweige

verweigern sich dem Zugriff

ich sträube mich

als Flechtwerk zu dienen

als schmerzhaftende Krone

Ihm aufs Haupt gedrückt

für den ich einst blühte

in blutroter Blüte.

Die Kapitel für jeden Tag sind umfangreich und tiefgründig. In Gedichten gibt der Autor den impulsgebenden Gegenständen eine Stimme und eine Bedeutung in der Heilsgeschichte. Daneben formuliert er Erklärungen der Symbolik, Anregungen zur Bibellektüre und deren Auslegung, persönliche Gebete, Assoziationen zu Alltag, Aufgaben und Sorgen heutiger Menschen, Interpretationen religiöser Rituale und Zitate aus der Literatur.

Das Buch kann auf ganz verschiedene Weise genutzt werden. Wer an der Gestaltung von Gottesdiensten mitwirkt, findet hier viele Anregungen. Aber auch persönlich kann sich jeder Christ anhand der berührenden Texte vertiefen in Fragen des Lebens, des Sterbens und des Glaubens.

Die wohlgesetzten Formulierungen Puchtas, seine greifbaren Bilder, seine klugen, nachdenklichen, an Wortspielen reichen und in ruhigem Rhythmus verfassten Gebete und Gedichte erleichtern den Lesern den Umgang mit schwierigen Fragen und das Begreifen eines schmerzvollen Geschehens. Was ihnen der 74-jährige Autor wünscht: «Durch Mitgefühl und Anteilnahme, wenn wir sie zulassen, werden wir gewiss verletzlicher, zugleich aber lebendiger und dankbarer für alles Schöne, Liebe und Gute im Leben.»

Lesung: Erich Puchta stellt sein Buch heute um 19 Uhr in der Lindenberger Buchhandlung Netzer vor.

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