Kirche
Opfenbacher warten gespannt auf ein neues Instrument

Seit fast sechs Jahren spielt der Organist Michael Spiegel auf einer elektrischen Heimorgel. Aber nicht zum Üben zuhause, sondern in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Opfenbach. Denn in Opfenbach gibt es seit 2005 keine Kirchenorgel mehr. «Meine Heimorgel war eine Notlösung über einen längeren Zeitraum», sagt Michael Spiegel. «Aber immer noch besser als gar nichts». Bald hat das Warten auf ein dem Kirchenraum angemessenes Musikinstrument ein Ende. Die neue Opfenbacher Orgel wird am Ostermontag, 25. April, vom Augsburger Bischof Konrad Zdarsa feierlich eingeweiht.

Instrument kostet 260000 Euro

«260000 Euro kostet das Instrument, 220000 Euro kamen bereits durch die Spendenbereitschaft der Opfenbacher zusammen», erklärt Opfenbachs Pfarrer Martin Weber. Allein der 2009 gegründete Orgel-Förderverein hat über 80000 Euro zusammengetragen. Bei dem Verein können die Bürger Patenschaften für Orgelpfeifen oder für ganze Register erwerben.

In der Kirche informiert eine Tafel über das Orgelprojekt. Sie listet alle Pfeifen und Register auf sowie die Namen derjenigen, die Patenschaften übernommen haben. Ganze Familien und Ortsvereine sind auf der Tafel schon verewigt.

Erst vor kurzem hat der Frauenbund das Register «Octave 4 Fuß» übernommen, der Chor Notencocktail das Register «Doublette 2 Fuß» und der Gesangsverein das Register «Piccolo 2 Fuß».

Noch ist viel Platz auf der Tafel. 40000 Euro fehlen zur vollständigen Finanzierung. Die Vorsitzende des Fördervereins Christa Meller erzählt: «Ich liebe Orgelmusik und dachte mir, wir müssen etwas für eine neue Orgel tun.» Im März 2009 gründete sie mit sieben anderen Opfenbachern den Verein. Mittlerweile zählt dieser 65 Mitglieder, hat 130 Einzelspenden in Höhe von 20 bis zu mehreren Tausend Euro gesammelt und 74 Patenschaften vergeben. Dazu hat der Verein Konzerte organisiert und sich auf dem Pfarrfest oder dem Weihnachtsmarkt engagiert und dort die alten Orgelpfeifen verkauft.

«Eine neue Orgel - das sind wir schon unserem Organisten schuldig», so Christa Meller.

Im Zuge der Innenrenovierung wurde die «alte und marode Orgel» (Pfarrer Weber) abgebaut. «Sie war in einem sehr schlechten Zustand.»

Ursprünglich gab es in der Pfarrkirche St. Nikolaus eine Orgel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. «Diese wurde jedoch 1927 abgerissen», erklärt der Orgelbauer Josef Maier aus Hergensweiler, der den Auftrag für den Bau des neuen Instrumentes bekam. Damals wurde dann auf die niedrige zweite Empore eine Orgel gebaut.

Nach der Innenrenovierung der Kirche und des Abbaus der zweiten Empore machten sich die Opfenbacher Gedanken über die neue Orgel. Für ihre Überlegungen gab es drei Vorgaben: Das noch vorhandene Gesims der historischen Orgel aus dem 19. Jahrhundert sollte in das neue Instrument integriert werden. «Mit diesem Teil, das sozusagen als Grundriss diente, konnte die alte Orgel rekonstruiert werden», erklärt Orgelbauer Maier sein Vorgehen. Ob seine Rekonstruktion aber dem Original nahe kommt, ließe sich nur durch historische Bilder aus der Zeit vor 1927 belegen. «Vielleicht hat ja jemand noch alte Fotos», so Maier. Ziel war es außerdem, die Licht spendende Rosette hinter der Orgel frei zu lassen und nach Möglichkeit Register der alten Orgel für die neue zu verwenden.

1198 Orgelpfeifen

Gebaut hat Josef Maier das Kircheninstrument in 3000 Arbeitsstunden. Es ist auf 20 Register ausgelegt - 19 wurden bestellt, mit 1198 Orgelpfeifen. Die Orgel ist so konzipiert, dass eine sehr große Bandbreite an Musik abgedeckt werden kann - von kirchlicher bis hin zu konzertanter Literatur.

Michael Spiegel fiebert seinem neuen Instrument entgegen: «Die Vorfreude ist doch sehr groß.» Das erste Mal wird der Organist in der Osternacht die Orgel erklingen lassen. «Dies ist dann die Geburt der Orgel», so Michael Spiegel. Am Ostermontag folgt die feierliche Einweihung. «Das ist dann die Taufe».

Anlässlich der Orgelweihe findet am Montag, 25. April um 19.30 Uhr ein Orgelkonzert mit dem Organisten Dominik Bernhard statt.

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