Hochschule
NTA Isny hat Kapazitäten frei

Zum flammenden Plädoyer für die Naturwissenschaften wird ein Gespräch mit Professor Gerald Grübler. Und diese Begeisterung rührt nicht nur daher, dass er Rektor der Hochschule und Geschäftsführer der NTA Isny ist.

Der Standort Isny ist richtig. Die entsprechende Frage des Wissenschaftsrats, der die Bundes- und Länderregierungen in Sachen Hochschule, Wissenschaft und Forschung berät, bei einem Besuch der NTA im Jahr 2010 konnte eindeutig mit 'Ja' beantwortet werden. Das schloss auch die Wirtschaftlichkeit mit ein, wie Grübler sagt. Alle Gebäude gehören der NTA, Rücklagen werden gebildet, und so war auch der Wissenschaftsrat zufrieden.

Schwerer noch wog aber die Kooperation mit der Industrie, die bei der Isnyer Hochschule intensiv verfolgt wird. Am Markt vorbei auszubilden, wäre nicht nur für die Studenten unsinnig, der Staat würde auch seine Förderung einstellen. 'Wir haben Firmen, die bewusst auf uns zurückgreifen', freut sich Grübler. 'Wir bilden praxisnah aus und wissen, unsere Absolventen kommen unter.'

Natürlich war das auch ein Lern- und Erfahrungsprozess. Die NTA hat beispielsweise einige Jahre umwelttechnologische Assistenten ausgebildet, es kam aber alsbald die Frage auf, 'wo bringt man die unter?' Grübler empfiehlt heute dringend, lieber breit gefächert zu lernen, als sich in der Ausbildung zu spezialisieren, denn das sei immer riskant. Chemiker brauche man beispielsweise in jedem Industriebereich, die Spezialisierung erfolgt dann im Arbeitsbereich und das kann eben auch Umwelttechnologie sein.

'Unser Gebiet ist Südwürttemberg, und wir gehen davon aus, dass wir vom doppelten Abiturjahrgang profitieren.' Die Mobilität bei den Schulabgängern habe aus Kostengründen nachgelassen. 'Wir haben noch Kapazitäten frei', versichert Grübler.

Ihm ist es ein Anliegen, für die Naturwissenschaften zu werben, dafür an die Schulen heranzugehen. 'Ich wäre auch nicht Chemiker geworden, wenn nicht mein Vater Chemiker gewesen wäre', weiß er um die geringe Attraktivität der Naturwissenschaften bei Schülern. An einer kleinen Schule wie der NTA ist die Betreuung intensiver, das nennt Grübler als großen Vorteil gegenüber großen staatlichen (Hoch-)Schulen. Durch den Campuscharakter, mit günstigen Wohnheimplätzen und eigener Mensa sieht er auch das soziale Miteinander gefördert, 'die Studenten unterstützen sich gegenseitig'.

Zu den Zukunftsplänen gehört ein Forschungslabor, in dem Entwicklungsprodukte für die Industrie entstehen sollen. In naturwissenschaftlichen Fächern könne man ohne Kooperation mit der Industrie nicht mehr existieren, das gelte sowohl für Privathochschulen als auch für staatliche Unis.

Das Zusammenspiel von Industrie und Wissenschaft 'hebt das Level und wirkt sich auf die Ausbildung aus.' Eine Form dieses Zusammenspiels läuft bei der Isnyer Hochschule über Auslandskontakte. Die Kooperationen mit China und Indien, die derzeit aufgebaut werden, scheinen aber nicht allen zu gefallen.

'Der Grübler verkauft die NTA nicht an Indien', sagt der Rektor zu entsprechenden Gerüchten und macht gleichzeitig klar, dass die Studenten in Isny von technologischer Zusammenarbeit und daraus resultierenden Forschungsprojekten enorm profitieren.

2002 ging es der 'Chemieschule', wie sie hier in Isny noch oft genannt wird, nicht so gut. Aber heute sieht Grübler sie auf sehr gutem Weg. In den letzten Jahren habe man jährlich sechsstellige Summen investiert. 'Wir sind eine gemeinnützige GmbH, das ist der große Unterschied zu anderen Privatschulen', betont er eine Besonderheit der NTA.

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