Abwasser
Noch kein Geld für die Kleinkläranlage in Scheidegg

Horst Windhöfel aus Scheidegg wartet. Genaugenommen wartet er auf 2.250 Euro. So viel habe man ihm als Zuschuss zugesagt für den Bau seiner Kleinkläranlage. 2010 hat er die Anlage auf seinem Grundstück bauen lassen, einen Antrag auf Förderung eingereicht, doch vom Geld hat er noch nichts gesehen. "Ich werde immer wieder aufs neue vertröstet, keiner kann mir sagen, wann und ob die Zahlung geleistet wird", ärgert sich Windhöfel und fügt hinzu: "Ich bin Rentner, für den Bau der Kleinkläranlage musste ich einen Kredit aufnehmen."

Der Grund warum Horst Windhöfel noch kein Geld bekommen hat, lässt sich beim Wasserwirtschaftsamt in Kempten schnell beantworten. "Es sind dieses Jahr keine Mittel mehr da", sagt Otto Hörmann vom Wasserwirtschaftsamt. In jedem Jahr stehe der Behörde nur ein gewisser Betrag zur Verfügung. Das bekommt sie aus dem bayerischen Staatshaushalt. "Das Geld, das wir bekommen, geben wir weiter in der Reihenfolge, in der die Anträge eingehen", sagt Hörmann.

In diesem Jahr hätten Menschen, die 2009 ihre Kleinkläranlage gebaut haben, Geld bekommen. Für die Antragssteller vom vergangenen Jahr, zu denen auch Horst Windhöfel gehört, vermutet Hörmann, das sie im Frühjahr 2012 ihr Geld bekommen werden. Sicher zusagen kann er das jedoch nicht. Einen rechtlichen Anspruch auf einen Zuschuss gebe es nämlich nicht.

Hörmann versichert jedoch: "Bisher ist es noch nie passiert, dass jemand dem es zusteht, kein Geld bekommt." Dass es bei Zuschüssen eine gewisse Wartezeit gibt, sei nicht ungewöhnlich, sagt Hörmann. "Auch Kommunen warten teils drei bis fünf Jahre auf ihr Geld."

Rund 1300 Kleinkläranlagen gibt es im Landkreis Lindau. Vor allem in den vergangenen Jahren sind zahlreiche Anlagen aufgerüstet worden. Aufgrund einer Gesetzesänderung ist eine Klärung des Abwassers nur über eine Drei-Kammer-Grube nicht mehr zulässig. "Daher haben viele eine biologische Nachreinigung nachgerüstet", sagt Günther Meer vom Landratsamt Lindau, Bereich Wasserrecht. Damit erreichen die Anlagen meist eine Reinigungsleistung von 90 Prozent. - Früher waren es oft nur 30 Prozent.

"Seit 2002 gibt es dafür Zuschüsse, die jedoch zum Jahr 2011 um rund 30 Prozent gekürzt wurden. Daher haben wir den Hausbesitzern geraten noch im Jahr 2010 zu bauen und auch ihren Antrag einzureichen", sagt Meer.

Warum nicht vorschießen?

All das hat auch Horst Windhöfel aus Scheidegg gemacht. Dass er jedoch immer noch kein Geld bekommen hat, ärgert ihn. "Ich verstehe nicht, warum nicht der Abwasserverband nicht das Geld vorschießen kann", sagt der Scheidegger.

Die Problematik kennt der Abwasserverband Rothach, der auch für Scheidegg zuständig ist. "Bei uns reichen die Leute ihre Anträge ein, natürlich fragen sie dann auch bei uns nach, wann sie ihr Geld bekommen", sagt Verwaltungsleiter Reimar Bartsch. Allerdings betont er auch: "Wir haben darauf keinen Einfluss, und können das auch nicht vorfinanzieren".

Diesbezügliche Anfragen leite er ans Wasserwirtschaftsamt weiter. Dem stimmt auch der technische Leiter Christoph Schnell zu: "Es ist nicht unsere Aufgabe. Da es sich um staatliche Zuschüsse handelt wäre es, glaube ich, rechtlich gar nicht möglich, das Geld vorzuschießen."

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