Kreis
Neuer Wind in der Energiepolitik ndash Kleinwindräder erleben Boom

Für Elmar Stegmann sind die Themen Energie und Umwelt wichtig. So hat auch der Energiebeirat des Kreistags seit seiner Wahl zum Landrat einen deutlich höheren Stellenwert. Die Kreisräte diskutierten in der jüngsten Sitzung über den Einsatz von Windkraft.

Das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza), erlebt derzeit eine extreme Nachfrage nach Kleinwindrädern. Der Vorsitzende des Energiebeirates, Steffen Riedel, nahm das zum Anlass, dem Beirat die Leistungsfähigkeit solcher Anlage im Vergleich zu großen Windkraftanlagen aufzuzeigen.

Als Beispiel zog er ein Kleinwindrad heran, das mit seinen 1,3 Metern Rotordurchmesser und gerade mal knapp 13 Kilo Gewicht durchaus im eigenen Garten oder sogar aufs Hausdach montiert werden könne. Mit einer Höhe von zehn Metern sei es genehmigungsfrei und mit einem Preis von rund 3100 Euro einschließlich Wechselrichter nicht allzu teuer.

Kilowattstunde für 1,30 Euro

Doch erst bei einer Windgeschwindigkeit von sieben Metern pro Sekunde erreiche es eine Leistung von etwa 100 Watt, schilderte Riedel. Gehe man von einem Stromertrag von etwa 2400 Kilowattstunden im Jahr aus, dann koste die Kilowattstunde Wind-Strom umgerechnet fast 1,30 Euro.

Rentabel würden Windräder zur Stromerzeugung erst in Höhen um die 80 Meter und das vor allem im Osten des Landkreises, also im Bereich zwischen Maierhöfen und Oberreute.

Das verdeutlichte der Energiebeiratsvorsitzende mit dem Gegenbeispiel eines 100 Meter hohen Windrades, das zwar rund drei Millionen Euro Investition verlange, aber bei gleicher Windstärke immerhin drei Kilowattstunden Leistung erbringe – das entspreche der von etwa 43 000 Kleinrädern.

Grundsätzlich sieht Stegmann künftig durchaus solche Großanlagen im Landkreis stehen. Die Weichen dafür stelle gerade der Regionalplanungsverband Allgäu, dessen stellvertretender Vorsitzender Stegmann ist. Der Landrat geht davon aus, dass dieser neue Plan bis zum Sommer auf dem Tisch liegt und zum Jahreswechsel in Kraft tritt.

Ähnlich wie im Bereich Photovoltaik denkt er auch bei Windkraft an Genossenschaften, an denen sich die Bürger beteiligen könnten – so- dass sie selbst die Gewinne solcher großen Windräder genießen könnten. Das erhöhe auch die Akzeptanz, ist der Landrat überzeugt.

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