Nachgefragt
Nachgefragt bei der Gemeinde Weitnau zum Bebauungsplan Hellengerst-Ettensberger Weg

Ja: Das sagte jüngst der Gemeinderat Weitnau mit einer Gegenstimme zum Bebauungsplan Hellengerst-Ettensberger Weg. Demnach sollen auf dem Areal 18 Bauparzellen mit Grundstücksgrößen von 500 bis 860 Quadratmeter entstehen. Die Gemeinderäte äußerten sich fast ausschließlich positiv über das Vorhaben, von einem 'gelungenen Vorschlag' sprach beispielsweise Dieter Kulmus und Michaela Kresser lobte: 'Eine gute Sache'. Die direkten Nachbarn des künftigen Baugebiets dagegen zeigten sich erneut kritisch.

Sie beklagen den Flächenverbrauch und monieren, dass da ein Baugebiet nur für Reiche entstehe. Die AZ sprach über das Thema noch einmal mit Bürgermeister Alexander Streicher. Er betont zudem, dass eben nicht das ganze Dorf gegen das Projekt sei, sondern dass es einige Wortführer gebe, die zu den direkten Anliegern gehören.

Manche Hellengerster möchten ja am liebsten, dass aus dem Areal gar kein Baugebiet wird. Wie entstand der Gedanke eigentlich überhaupt?

Streicher: Bereits der Gemeinderat vor meiner Zeit hatte das Areal im Flächennutzungsplan als Baugebiet vorgesehen. Es geht dabei um die Entwicklung des Dorfes und eine Ortsabrundung. Außerdem gibt es in Hellengerst schon länger mehr Wegzüge als Zuzüge und immer weniger Geburten. Da möchten wir gegensteuern.

Mit einem Baugebiet nur für die Reichen?

Streicher: Erstens sind die Kosten noch gar nicht fix und das Baugebiet wird auch nicht beworben. Die schon einmal erwähnten 190 Euro pro Quadratmeter erscheinen aber realistisch, wenn man bedenkt, dass ein Bauplatz in Weitnau 140 Euro kostet. Und in unserer Umgebung lassen sich auch Bauplätze für 250 Euro pro Quadratmeter finden.

Die 190 Euro finde ich also gar nicht so dramatisch. Aber letztlich wird der Markt die Preise bestimmen.

Die Hellengerster befürchten, dass aufgrund der Preise nur reiche Menschen von auswärts die Bauplätze kaufen und eine Überfremdung stattfinden könnte. Wie bewerten Sie das?

Streicher: Noch können wir gar nicht sagen, wer kommt. Es gibt aber bei uns eine Vormerkliste, auf der überwiegend Einheimische zu finden sind. Warum auch sollte sich ein Weitnauer nicht ein Grundstück dort leisten können? Insgesamt aber tue ich mich mit diesen Ressentiments total schwer. Als ob einer, der einen Porsche Cayenne fährt, automatisch ein schlechter Mensch wäre, der Streit mit seinen Nachbarn sucht.

In der jüngsten Sitzung gab es auch den Vorwurf an die Gemeinde, dass es bezüglich des Baugebiets 'Mauscheleien' mit den Familien Rainalter vom Hanuselhof und Feneberg gebe. Was hat es damit auf sich?

Streicher: Besagte Familien haben dort oben Grundstücke. Wenn wir einen Bebauungsplan aufstellen, müssen wir mit denen natürlich auch reden. Ansonsten steckt absolut nichts dahinter. Gemeinderat Clemens Krinn verwahrte sich in der Sitzung auch entschieden gegen diesen Vorwurf.

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