Serie
Nachbarn in Röthenbach helfen einander weiter

Die Heimatzeitung bittet ältere Mitbürger in loser Folge zum 'Seniorenspaziergang'. Sie gehen in Begleitung der Redaktion durch ihren Wohnort und zeigen, was dort gut und was nicht so schön ist.

Der erste Seniorenspaziertgang führt durch Röthenbach, Rentershofen und Oberhäuser. Von den 1850 Einwohnern der Gemeinde sind 350 Menschen über 65 Jahre alt und 285 Bürger, somit jeder Siebte, älter als 70 Jahre.

Weil die Nachbarschaftshilfe in Röthenbach groß geschrieben wird, und zum Teil mehrere Generationen unter einem Dach oder unweit voneinander entfernt wohnen, können die Menschen in Röthenbach alt werden. Nachbarn, Verwandte und Bekannte helfen über Mängel hinweg. Die fünf Teilnehmer am Spaziergang ziehen nach dem Spaziergang ein überwiegend positives Fazit. In ihrem Dorf lässt sich leben. Selbst die Heimatzeitung liegt um fünf Uhr im Briefkasten.

'Sehr glücklich', sagt Irma Knestel, sind die Menschen im Ortsteil Oberhäuser, am Bahnhof. Nicht nur wegen der fantastischen Zug- und Busanbindung und der Zahn- und Hausärzte, sondern weil es seit ein paar Jahren einen Dorfladen gibt. Im Dorf selbst besteht nur ein Bäcker. 'Da müsste man häufiger mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Dorf hoch fahren können', wünscht sich Centa Kößler, die Vorsitzende des Seniorenclubs. Sie hat kein Auto und lässt sich deshalb häufig von der Tochter aus der Stadt was mitbringen. Sie selbst schaut bei Bekannten und Vereinsmitgliedern nach dem Rechten, hilft zum Beispiel beim Strümpfe anziehen

Das intakte Vereinsleben trägt dazu bei, dass sich die Alten wohlfühlen. 'Sie müssen das Angebot nur annehmen', sagt Irma Knestel und nennt als Beispiel die Seniorengymnastik, die der TSV seit Jahrzehnten anbietet. 20 bis 25 Teilnehmer machen regelmäßig mit.

'Alles, was man braucht, ist da', sagt Hans Wegscheider, 'eine Apotheke? Das wäre eine Utopie'. Aber nicht mal die ist notwendig, denn, wie die beiden Frauen einmütig erklären, sorgen die Hausarztpraxen in Oberhäuser und Grünenbach dafür, dass Medikamente frei Haus geliefert werden.

Altenheim um die Ecke

Hans Wegscheider lebt allein in Oberhäuser, kann sich selbst versorgen, lässt sich nur das warme Mittag essen von der Caritas liefern. 'Das klappt prima' versichert er. Wenn es mal nicht mehr gehen sollte, 'habe ich mir einen Platz im Josefsheim reserviert', hat der frühere Postbote vorgesorgt. Das Altenheim ist gleich um die Ecke.

Rund um Kirche und Friedhof ist der Weg neu angelegt worden. Der lässt sich gut laufen. Der Vorbau am Kircheneingang wird noch entfernt, dann ist der Weg rundum gut begehbar, weiß Anton Stehle. Allseits gelobt wird die öffentliche Toilette am Friedhof, zudem 'eine gepflegte', wie der örtliche Seniorenbeauftragte hervorhebt.

Ein weiteres Lob erntet die Gemeinde für den angelegten Gehweg aus dem Dorf hinaus Richtung Steinegaden. Geschwärmt wird vom wunderbaren Dorfplatz im Grünen, zwischen Rathaus, Kirche und Schule, auf dem gefestet, gesungen, musiziert und getanzt werden kann. Ein richtiger Mittelpunkt.

Gewünscht wird ein Buswartehäuschen in der Ortsmitte. Bisher gibt es nur eine Bank an der Haltestelle. An den starken Verkehr, der durch den Ort rauscht, und die breite Hauptstraße, scheint man sich gewöhnt zu haben. Es gibt keine Klagen darüber.

Helmut Rasch testet Wege und Toiletten. Er sitzt seit Jahrzehnten im Rollstuhl. Wo der sportliche Typ Schwierigkeiten hat, hat sie auch jeder, der mit dem Rollator unterwegs ist oder nicht mehr so gut zu Fuß ist.

Beim Pfarrheimbau wurde an alles gedacht. Die Rampe ist nicht zu steil, Rasch kommt sogar ohne Hilfe zum Eingang. 'Ich gehe lieber über die Rampe als über die Treppenstufen, wenn es glatt ist, wie heute, das ist sicherer', sagt Irma Knestel.

Handgriff fehlt auf der Toilette

Was nur einem Rolli auffällt: das Pflaster am Ende der Rampe hat sich gesetzt. Die Kuhle könnte zu Stürzen führen. Seniorenbeirat Anton Stehle wird das der Gemeindeverwaltung melden. Ebenso den fehlenden Haltegriff in der Behindertentoilette im Freizeitzentrum Rentershofen.

An der Schule könnte links vom Eingang 'ohne großen Aufwand', wie Rasch meint, eine Rampe angebaut werden. Denn so kommt ein behindertes Kind nicht allein zum Unterricht. Stehle freut sich, dass Helmut Rasch dabei ist, denn 'wir hätten solche Dinge nicht bemerkt.'

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