Gespräch
Mord auf dem Sportplatz

Wer weiß, vielleicht lässt sich Frau Tatort-Kommissarin ja demnächst im Allgäu nieder. Für jene Art zu leben, wie sich das Lena Odenthal, pardon, Ulrike Folkerts wünscht, gibt es jedenfalls in dieser Gegend genügend geeignete Flecken. Abseits des Großstadtlärms, in intakter Natur, dort, wo man bedenkenlos all das anbauen kann, was man so für den täglichen Verzehr benötigt: «Am liebsten würde ich in einer überschaubaren Gemeinschaft und autark leben.»

So formuliert das Ulrike Folkerts beim Besuch im Allgäu, und dass ihr Abstecher nach Leutkirch zur renommierten Gesprächsrunde «Talk im Bock» mit Bernd Dassel auch finanziell zum großen Erfolg avanciert, macht sie am Ende fast sprachlos. Knapp 39000 Euro an Spenden darf ihr Dassel überreichen, die in den «Weißen Ring» und «kulturvoll» fließen, ein von Folkerts ins Leben gerufenes Ferienprojekt für benachteiligte Kinder. Eine gerührte Schauspielerin: «Wahnsinn.»

Dass der 49-Jährigen die Worte ausgehen, ist unüblich. Folkerts verkörpert eher jenen Typ von Mensch, der Dinge nicht nur anpackt, sondern auch darüber spricht - zum Beispiel über ihre Homosexualität. Extrovertiert, statt nach innen gekehrt. Impulsiv, statt zögerlich. «Ich bin eine von neun Paten der Frauenfußball-WM im nächsten Jahr,» verrät die Schauspielerin zu später Stunde in einer gut besetzten Festhalle.

Davor freilich hat sie schon von fünf anderen Engagements neben ihrer beruflichen Arbeit erzählt.

«Das ergibt sich so»: Was fast schon entschuldigend klingt, hätte die Schauspielerin, die vor vier Jahren bei den Salzburger Festspielen in die Rolle des Todes im «Jedermann» schlüpfte, auch so ausdrücken können: «Meine Mutter hat mir mit auf den Weg gegeben, sich für andere Menschen einzusetzen.» So scheute sich Mama Folkerts vor vielen Jahren nicht, trotz Trennung von ihrem Ehemann, neben ihren Kindern zwei weitere bei sich aufzunehmen, deren Eltern kurze Zeit zuvor ums Leben gekommen waren. «Die Entscheidung passte zu meiner Mutter», glaubt Ulrike Folkerts.

Zu der wiederum passt die Geschichte mit der Unterstützung der Fußball-WM im eigenen Land. Tägliche Läufe, regelmäßiges Schwimmen - und einst unkte sie: «Ich wäre bestimmt eine gute Fußballerin geworden. Aber bei uns auf dem Dorf durften die Mädchen nicht mitspielen.» Keine Frage, die Frau ist sportlich und durchtrainiert, weshalb sie zur Zeit mit besonderer Freude bei den Dreharbeiten ist. «Abseits» heißt ihre nächste Tatort-Folge, die im Fußballer-Milieu spielt (sogar DFB-Präsident Theo Zwanziger hat einen Kurzauftritt) und kurz vor Beginn der Frauen-WM im Juni 2011 zu sehen ist.

Lena Odenthal, tatkräftig und elanvoll, wird auch in diesen Kreisen aufräumen und die Schuldigen überführen und am Ende, Auge in Auge, auf ihren Kollegen Mario Kopper (Andreas Hoppe) schießen - mit dem Ball aufs Tor.

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