Dekanatsrat
Mitglieder sehen Probleme bei der Umsetzung des Jugendplans der Diözese

Wie kann die katholische Kirche die Jugend erreichen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Frühjahrsvollversammlung des Dekanatsrates in Heimenkirch. Diözesanjugendseelsorger Florian Wörner (Augsburg) stellte dazu den Ende 2009 verabschiedeten Jugendplan vor, Dekanatsjugendseelsorger Ludwig Lau (Lindau) zeigte die aktuellen Angebote im Bereich des Dekanats Lindau auf - und zahlreiche Ratsmitglieder stellten durchaus kritische Fragen. Denn sie sehen einerseits die fehlende Bereitschaft vieler Jugendlicher, sich langfristig zu engagieren und andererseits überlastete Pfarrer, die aufgrund ihrer vielen Aufgaben nicht mehr als geistliche Führer zur Verfügung stehen. Florian Wörner räumte ein: «Wir haben ein Problem». Denn: Jene katholische Gruppen, die Jugendarbeit anbieten, sind bei Jugendlichen weitgehend unbekannt.

Verantwortung übernehmen

Diese Tatsache zählt mit zu den Ergebnissen einer Umfrage unter katholischen Religionsschülern. Nicht zuletzt aufgrund dieser Tatsache entstand der Jugendplan, der noch vier Jahre gültig ist und vier Ziele umfasst. Mit ihren Angeboten will die katholische Kirche mehr Jugendliche erreichen. Der Glauben soll mit Jugendlichen geteilt und gefeiert werden. Jugendliche sollen selbst Verantwortung übernehmen. Und nicht zuletzt soll die Attraktivität und Bekanntheit der kirchlichen Jugendarbeit gesteigert werden. Die aktuellen Angebote katholischer Jugendarbeit im Dekanat stellte Ludwig Lau vor. Die größte Gruppe sind die Ministranten.

Ihre Zahl ist in den letzten zehn Jahren unverändert geblieben - trotz Geburtenrückgang und vermeintlich geringerem Interesse an der Kirche. Im oberen Landkreis ist die Landjugend präsent.

Zudem gibt es Pfadfinder-Gruppen in Lindau und Lindenberg. Aber: Immer weniger Jugendliche besuchen Jugendleiterschulungen. «Das ist bedauerlich, da so der Grundstein für die Jugendarbeit in der Zukunft fehlt» (Lau).

In der Ulrichskapelle in Lindau findet jeweils am ersten Sonntag im Monat um 19 Uhr Jugendkirche statt. Im oberen Landkreis wird etwa zehnmal jährlich zu Landjugend-Gottesdiensten eingeladen. Laus Appell an die Verantwortlichen in den Gemeinden: «Lassen sie die Jugendlichen auch mal selbst etwas machen. Trauen Sie ihnen etwas zu».

Abhängig vom örtlichen Pfarrer

Das Engagement der Jugendlichen hänge sehr vom örtlichen Pfarrer ab, so zahlreiche Stimmen in der Versammlung. Elisabeth Rotter (Weiler) mahnte: «Die Jugendlichen müssen auch geistlich geführt werden.» Aber mit Blick auf die Pfarreiengemeinschaften ergänzte sie: «Mancher Pfarrer weiß nicht mehr, wo er hinspringen soll».

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