Ausbildung
Militärbeobachter der UN üben im Westallgäu für den Einsatz im Sudan

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Der Bürgerkrieg scheint zu Ende, die vereinbarte Waffenstillstandslinie verläuft zwischen Isny und Lindau und damit genau durch das Westallgäu. Die Vereinten Nationen (UN) entsenden Beobachter, um die Waffenruhe zu überwachen. So sieht das Szenario aus, in das in den letzten Tagen 63 angehende Militärbeobachter der UN eingetaucht sind. Heute geht die Abschlussübung in Lindau zu Ende.

Zum dritten Mal in Folge hat das UN-Ausbildungszentrum der Bundeswehr mit Sitz in Hammelburg den Abschluss eines achtwöchigen Kurses in die Region verlegt. << Wir werden hier immer total nett empfangen >>, stellt Oberstleutnant Josef Taubeneder fest. Auch in diesem Jahr wurden Standorte in Maierhöfen, Stiefenhofen, Heimenkirch, Scheidegg und Schlachters angemietet. Sie dienten unter anderem als Basisstation für jene 175 Rollenspieler, die den angehenden Militärbeobachtern teilweise spielfilmreif einen Konflikt zwischen einem Staat und einer abtrünnigen Provinz vorführten. Damit alles möglich echt wirkte, kamen auch 40 Fahrzeuge und vier Hubschrauber zum Einsatz.

Teilnehmer aus 32 Nationen

Die 63 Kursteilnehmer aus 32 Nationen, darunter Kenia, Ägypten, Weißrussland, Nigeria und Kanada, sollten möglichst realitätsnah auf ihren Einsatz in den Krisenregionen dieser Welt vorbereitet werden. Als UN-Militärbeobachter sind sie unbewaffnet und dienen den Vereinten Nationen als Beobachter und Informationssammler. Einerseits, um mögliche Verstöße gegen ein Waffenstillstandsabkommen zu registrieren - andererseits aber auch, um Beweise zu haben, sollte es später zu einem Prozess kommen. Allein Deutschland stellt derzeit 360 Soldaten für diese Zwecke. Die meisten davon sind derzeit im Sudan und im Kongo im Einsatz.

<< Denkbar ist aber auch ein baldiger Einsatz in Libyen >>, so die Einschätzung von Oberstleutnant Taubeneder, da sich dort eine Teilung des Landes andeute - also jenes Szenario, das auch bei der Abschlussübung im Westallgäu zugrunde gelegt wurde. Die in Deutschland in dieser Art einmalige Übung könnte 2012 durchaus an anderer Stelle stattfinden - << jedoch ist die Grenzlage zu Österreich und der Schweiz ideal >> (Taubeneder). Ein Teil der Soldaten war diesmal in Hittisau (Vorarlberg) untergebracht, in Appenzell fanden die Eröffnungsveranstaltung und eine parallel laufende Übung statt. Bereits im Vorfeld waren die Gemeinden und die betroffenen Grundstückseigentümer informiert worden, dass die Übung erneut im Westallgäu stattfindet. << Wer Schäden feststellt, kann diese der Polizei oder der Gemeinde melden >>, so Taubeneder.

Beschwerden hielten sich 2009 und 2010 in Grenzen. Im Vorjahr hatte es lediglich eine Beschwerde wegen des entstandenen Lärms gegeben. Bei der abschließenden << Schlacht bei Weiler >> gestern waren es lediglich einige Kühe, die sich zunächst sichtlich gestört fühlten, die anschließend aber sehr interessiert am Geschehen wirkten.

Manch freundliches Grüßen zwischen den Soldaten und der Bevölkerung gab es - und mancher der 41 Instruktoren hat bereits beschlossen, baldmöglichst einen Urlaub hier zu verbringen. << Die Landschaft hier begeistert manchen von uns >>, weiß Presse-Offizier Daniel Große.

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