Menschen
Michaela Wiedemann aus Scheidegg lernt in Bolivien Land und Leute kennen

Im Dirndl tanzte Michaela Wiedemann mit bolivischen Jungen und Mädchen zu deutschen Volksliedern. Der Duft bayerischen Essens lag in der Luft und die Kinder tobten ausgelassen um die Scheideggerin herum. Gemeinsam mit drei Freunden hatte die 20-jährige Freiwilligenhelferin einen Deutschlandtag in der bolivischen Kindertagesstätte «Warmi» veranstaltet.

Vor neun Monaten brach die Abiturientin zu einem Freiwilligendienst nach Bolivien auf. Dort engagierte sie sich für das Projekt « Centro Integral Warmi». Die Einrichtung besteht aus einer Seifenfabrik, in der Frauen einen Nebenverdienst erwirtschaften. An das Projekt sind Kindertagesstätten angegliedert, in welchen die Sprösslinge der Arbeiterinnen betreut werden.

In den zentralbolivischen Städten Cochabamba und Tiquipaya hat Michaela Wiedemann Kinder bei den Mahlzeiten beaufsichtigt, bei Hausaufgaben geholfen und mit ihnen gespielt. Gemeinsam haben sie auch an Weihnachten Plätzchen gebacken und Wochenendausflüge unternommen. «Es war eine unglaubliche Erfahrung», sagt Michaela Wiedemann rückblickend. «Da prallen zwei komplett verschiedene Welten aufeinander.

» Organisiert und finanziert hatte Wiedemann ihren Aufenthalt weitestgehend selbstständig. Über ihre ehemalige Schule, das Wirtschaftsgymnasium Wangen, knüpfte sie Kontakt zu ihrer bolivischen Gastfamilie.

Das Entwicklungsland Bolivien ist laut Welthungerhilfe der ärmste Staat Südamerikas. Das blieb auch der Scheideggerin nicht verborgen. «Ich hatte Glück, dass meine Gastfamilie in einem guten Wohnviertel lebt. Wir hatten eigentlich alles: warmes Wasser, eine Waschmaschine, W-Lan und ein Auto.» Es gebe jedoch Gegenden mit katastrophalen Zuständen. «Wir haben eine Miene in Potosí besichtigt. Dort mussten bereits 13-jährige Kinder hart arbeiten. Zum Teil können sie in der Miene nur kriechen und das machen sie ihr Leben lang», erzählt die 20-Jährige.

Von Bolivien und den Nachbarländern Chile und Peru hat Michaela Wiedemann in den letzten Monaten sehr viel gesehen. Denn auch für Reisen bleibt bei einem Freiwilligendienst genügend Zeit. Nach Weihnachten hatte sie vier Wochen Urlaub und erkundete mit Freunden die Gegend. In Peru liefen sie den Salkantay-Trek nach Machu Picchu, einer gut erhaltenen Ruinenstadt der Inka. Anschließend ging es durch den Dschungel und auch eine Salzwüste haben sie besichtigt.

Zurück in Deutschland ist Wiedemann glücklich wieder in der Heimat zu sein und in Bolivien etwas bewegt zu haben. Gemeinsam mit zwei befreundeten Freiwilligen hat sie im Herbst 2010 Kalender kreiert, welche über das Warmi-Projekt informieren. Diese wurden von Angehörigen im Allgäu verkauft, unter anderem auch auf dem Weihnachtsmarkt in Scheidegg.

Mit dem Erlös in Höhe von 1600 Euro wird nun das Bad in der Kindertagesstätte Tiquipaya erneuert.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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