Interview
Michaela Heim vom Westallgäuer Heimatverein erklärt, warum ein Poetry-Slam hervorragend ins Kornhaus passt

Der Westallgäuer Heimatverein betreut das Heimatmuseum und das Kornhausmuseum in Weiler. Neben Ausstellungen von Kunst und Kunsthandwerk bietet er seit einigen Jahren auch Jazzkonzerte an. Den Poetry-Slam im Kornhaus gibt es am Samstag zum zweiten Mal. Im Gespräch mit Ingrid Grohe erklärt Michaela Heim, 3. Vorsitzende des Vereins, worum es den Initiatoren bei der neuen Veranstaltungsschiene geht: um die Vielfalt des kulturellen Angebots.

Frau Heim, im Lindauer Club Vaudeville, im Lindenberger Kesselhaus und im Stadtpark gibt es es Poetry Slams, das Gymnasium hat sogar einen Workshop dazu organisiert. Und jetzt bietet zum zweiten Mal das Kornhaus in Weiler eine Bühne für Dichter. Ist denn so viel Bedarf vorhanden?

Michaela Heim: Ich glaube schon, in Lindau und Lindenberg findet ja nur zweimal jährlich ein Slam statt. Die Resonanz gibt uns Recht: Sie war letztes Jahr im Kornhaus richtig gut. Das liegt auch daran, dass das Kornhaus eine tolle Kulisse bietet. Das Ambiente ist bestens geeignet: Unten bieten wir Getränke an, oben steht die Bühne für die Slammer.

Der Begriff 'Westallgäuer Heimatverein' und der Anglizismus 'Poetry Slam' scheinen irgendwie nicht recht zusammen zu passen. Welches Anliegen verfolgt der Heimatverein mit einer solchen Veranstaltung?

Heim: Der Heimatverein fühlt sich ja verantwortlich für das kulturelle Angebot in Weiler. Um dieses ein bisschen breiter zu fächern und auch für jüngere Leute etwas zu bieten, ist die Idee entstanden, einen Slam zu veranstalten. Wir hoffen, dass so auch Jüngere einen Zugang zum Heimatverein finden.

Sie stellen sich also junge Frauen und Männer als Publikum vor?

Heim: Nein, ganz im Gegenteil. Im vergangenen Jahr waren schon die Slammer zwischen 17 und 50 Jahren alt. Und unter den Besuchern waren eine siebte Klasse der Mittelschule ebenso wie Besucher mit etwa 80 Jahren. Von einer solchen Veranstaltung fühlen sich viele angesprochen.

Mit welcher Besonderheit würden Sie für diesen Abend werben?

Heim: Leider wissen viele mit dem Begriff noch nichts anzufangen. Für mich ist ein Poetry Slam der Beweis dafür, wie spannend Kultur sein kann. Jeder kann dabei einen vergnüglichen, spannenden Abend erleben – völlig unabhängig davon, ob er etwas von Poesie, Lyrik und Literatur versteht. Die Texte sind gereimt, ungereimt, politisch, lustig oder auch ernst. Diese Vielfalt macht den Reiz aus. Und durch den Cut nach fünf, sechs Minuten kommt immer wieder ein Wechsel, es gibt nichts Langatmiges.

Sind auch heimische Poeten unter den Wettstreitenden?

Heim: Ja, ich war erstaunt, als ich festgestellt habe, wie viele Slammer es in der Umgebung gibt – bisher dachte ich eher, das sei eine Geschichte von Großstädtern. Bei unserem Slam haben sich zwei aus Weiler, zwei aus Lindenberg, eine aus Scheidegg und einer aus Leutkirch angemeldet. Von weiter weg kommt die schon etwas erfahrenere Siglinde Holzknecht aus Erlangen. Sie bringt noch jemanden aus Schrobenhausen mit.

Werden auch Dichter zugelassen, die sich spontan zu einem Auftritt durchringen?

Heim: Ja, wir haben noch Platz auf der offenen Liste.

Der Poetry-Slam im Kornhaus am Samstag, 21. April, beginnt um 20 Uhr.

Michaela Heim Foto: Grohe

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