Brand
Kurzschluss verursachte Brand in Ratzenried

Ein Kurzschluss hat den verheerenden Brand in Ratzenried-Berfallen verursacht, bei dem in der Nacht auf 8. Oktober zwei Kinder ums Leben gekommen sind. Dies hat die Polizei mitgeteilt. Eine defekte Deckenlampe im Erdgeschoss hatte den Kurzschluss ausgelöst.

Dadurch entstand ein Feuer, bei dem binnen kurzer Zeit das gesamte Wohngebäude sowie der Ökonomietrakt in Flammen standen und komplett niederbrannten. Ein vierjähriges Mädchen und ihr elfjähriger Bruder kamen dabei um. Überlebt hatten das Unglück der 44-jährige Vater, die 39-jährige Mutter und eine fünfjährige Tochter des Paars. Der Sachschaden liegt bei etwa 600 000 Euro.

'Mit äußerster Wahrscheinlichkeit', so die Polizeidirektion Ravensburg, sei der Brand auf den Kurzschluss zurückzuführen. Anfang der Woche schlossen die Beamten die Ermittlungen ab und übergeben die Akte der Staatsanwaltschaft.

Die Ursachenforschung gestaltete sich angesichts der schweren Zerstörungen schwierig. Dass die Ermittler dennoch erfolgreich waren, ist neben jeder Menge Fleißarbeit im Detail auch dem meist trockenen Wetter zu verdanken. Im Blick hatten Ermittler und Kriminaltechniker zunächst einen Lagerraum im hinteren Gebäudeteil. Dort brannte es zuerst lichterloh. Letztlich handelte es sich jedoch um eine falsche Spur, da ein Haufen besonders brennbarer Knüppelscheite in Flammen stand.

Weil die Zerstörungen im Hauszentrum und dem hinteren Teil besonders groß waren, konzentrierte sich vor allem dort die Suche – auch nach Hinweisen kleinster Art. Mit Kinderschaufeln und kleinen Besen, so ein Kriminaltechniker, seien die Polizisten zum Teil zu Werke gegangen. Sie nahmen vor allem die Positionen von Lampen und elektrischen Leitungen unter die Lupe.

Meterhoher Schutt

In einem Flur in der Nähe des Hintereingangs wurden sie am 12. Oktober fündig. Die Reste einer Deckenlampe lagen im meterhohen Schutt. An ihnen befanden sich kleine Kupferkügelchen, wie sie entstehen, wenn die Temperaturen bei einem Kurzschluss derart steigen, dass selbst Kupferleitungen schmelzen.

Mit bloßem Auge kaum erkennbar, wissen die Ermittler heute: Eine Klemme an der Keramikfassung war lose und hatte den Widerstand erhöht. Dieses Ergebnis wurde inzwischen von einem Gutachter bestätigt. Einen wesentlichen Beitrag zum Ermittlungserfolg leistete auch der Vater der beiden getöteten Kinder. Er sagte den Beamten, wo Leitungen liefen und Lampen hingen. Seine Ehefrau hingegen konnten die Beamten bis heute nicht ansprechen. Sie liegt weiter schwer traumatisiert im Krankenhaus.

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