Gewässerverunreinigung
Kuh löst Großeinsatz in Hergatz aus: Etwa 100 Kubikmeter Gülle fließen in die Dürrach

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Eine Kuh hat am Freitag einen Großeinsatz im Gemeindegebiet von Hergatz ausgelöst. Weil sich das Tier in der Nacht an einem Regler rieb, öffnete es dadurch eine Schleuse eines Gülletanks bei einem Bauernhof in Lengatz.

Der 28-jährige Landwirt hatte am Abend zuvor laut Polizei vergessen, den Hauptschieber der Güllegrube zu schließen. Die Folge: Etwa 100 Kubikmeter – also mehr als 550 volle Badewannen – nahezu unverdünnter Gülle ergossen sich über einen Entwässerungsgraben in die Dürrach.

Als der Landwirt das Malheur am Morgen bemerkte, alarmierte er die Feuerwehr. Weil zunächst unklar war, wie groß die Gewässerverschmutzung ist, rückten nicht nur die Wehren aus Maria-Thann, Gestratz und Wohmbrechts an. Im Einsatz waren auch das Technische Hilfswerk, das Wasserwirtschaftsamt, das Landratsamt Lindau und die Polizei mit einem Hubschrauber. Denn der Bach mündet in die Leiblach und diese in den Bodensee. Die Gülle hätte so schnell eine große Gewässerverunreinigung auslösen können.

Das heiße und trockene Wetter der vergangenen Tage war diesmal ein Glücksfall für alle Beteiligten, sagt Kreisbrandinspektor Wolfgang Endres. Denn die Dürrach führt derzeit wenig Wasser und fließt relativ langsam. So hatten die Feuerwehren, die laut Polizei mit etwa 40 Mann im Einsatz waren, nicht nur genügend Zeit, auf Höhe der Kreisstraße zwischen Meckatz und Wohmbrechts ein Loch auszuheben und dort mit Pumpen zu warten, bis das verschmutzte Wasser den Bach hinunter fließt. Sie konnte nach Rücksprache mit den Behörden gegen Mittag die Einsatzstelle sogar noch mehr als einen Kilometer Luftlinie bachaufwärts verlegen.

'Wir wollten damit eine noch größere Verunreinigung des Bachs vermeiden', erklärt Endres. Im Lengratzer Tobel errichtete die Feuerwehr schließlich eine Wassersperre und pumpte das Güllewasser über eine lange Schlauchleitung in Gülletanks, um es dann auf den umliegenden Feldern zu verteilen.

Fabian Schief, Kommandant der Feuerwehr Maria-Thann, schätzt, dass ein bis zwei Kilometer des Bachlaufs betroffen waren. Die Helfer waren von 8.30 Uhr bis in den frühen Abend im Einsatz. Sie setzten Fische um, leiteten an der Stelle, an der die Gülle in den Bach lief, frisches Wasser in den Tobel und pumpten das verschmutzte Wasser ab.

Die Wasserschutzpolizei Lindau hat die Ermittlungen zu dem Vorfall übernommen. Deren Leiter Klaus Achtelstetter hält es durchaus für möglich, dass die Kuh den Regler der Güllegrube öffnete. Wie stark die Dürrach letzten Endes verunreinigt wurde und welche Folgen das hatte, stand bis Redaktionsschluss nicht fest. Die Polizei geht jedoch nicht von einem Fischsterben aus.

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