Wortmeldungen
Kritik an möglicher Umsiedlung des Feneberg-Lebensmittelmarktes an die Obere Breite in Weiler-Simmerberg

Im Mittelpunkt der Bürgerversammlung der Gemeinde Weiler-Simmerberg standen zwei Themen, die unmittelbar miteinander verknüpft sind: der Bahnhof und die mögliche Neuansiedlung des Fenebergs im Baugebiet 'Obere Breite' in Weiler. Die meisten Wortmeldungen der etwa 80 Zuhörer im Kolpinghaus Weiler beschäftigten sich sehr kritisch damit, nachdem Bürgermeister Karl-Heinz Rudolph zunächst zusammenfasste: Feneberg wolle seinen Standort wechseln, befinde das Bahnhofsgelände aber für zu klein und würde gerne an der Oberen Breite einen modernen Markt anbieten, der mit breiteren Gängen und vergrößertem SB-Bereich dem Anspruch der Kunden gerecht werde.

Walter Böhmer sprach sich deutlich dagegen aus. Unter anderem sieht er keine Notwendigkeit, weil Feneberg seinen Mietvertrag bis 2018 verlängert hat. Außerdem wollte er vom Bürgermeister wissen, wo dieser denn darin das öffentliche Wohl sehe. Er könne nur wirtschaftliche Überlegungen des Lebensmittelmarktes erkennen.

'Natürlich ist das nicht der beste Standort', gab Rudolph zu. Er hätte Feneberg auch lieber an den Bahnhof gelotst, doch als die dort ansässige Firma Leuka ihre Option auf Betriebserweiterung gezogen hätte, sei diese Lösung in all ihren Varianten hinfällig geworden.

Und wenn ein örtlicher Unternehmer, der 80 Arbeitsplätze vorhält, Millionen in die Hand nehme, um sich am Standort zu vergrößern, dann werde er als Bürgermeister 'nicht Nein sagen'. Das öffentliche Interesse sei insofern gegeben, weil man Feneberg als 'einzigen Vollsortimenter' (Rudolph) am Ort halten wolle, um der älteren Bevölkerung eine fußläufige Versorgung zu garantieren.

Auf den Einwand Böhmers, die Fußgänger müssten die viel befahrene Alois-von-Brinz-Straße überqueren, um zur Oberen Breite zu gelangen, sagte Rudolph: 'Die Straße ist ein Problem. Aber nennen Sie uns eine Alternative.' Die Obere Breite sei das einzige halbwegs zentrale Grundstück, das sich in Gemeindebesitz befinde. 'Wir haben nur eine Option, über die wir bestimmen können.'

Altbürgermeister Heribert Riedmüller hält die Obere Breite für ungeeignet, um einen Verbrauchermarkt anzusiedeln. Eine vernünftige Erschließung von der Bahnhofstraße her sei nur möglich, wenn man die Kreuzung in einen Kreisverkehr umgestalten könne – und dafür sei zu wenig Platz. Als Alternative brachte er die Wiese neben der Postbrauerei ins Gespräch. Diese befinde sich allerdings in Privatbesitz, so Rudolph. Früher bereits angestellte Überlegungen in diese Richtung hätten sich zerschlagen.

Aus der Versammlung heraus wurde auch die Möglichkeit erwähnt, Feneberg am bestehenden Standort in Richtung des angrenzenden Grundstücks der Familie Novy zu erweitern, die offenbar einen Teil davon verkaufen wolle.

'Der Ort blutet aus', befürchtet Optiker Ewald Albinger, wenn Feneberg an die Obere Breite umsiedle. Als Beispiel nannte er den Umzug des Textildiscounters Kik von der Hauptstraße an den Ortseingang. 'Seitdem ist im Ort nichts mehr los.' Die Sache Feneberg müsse man sich darum gut überlegen, mahnte er.

Anton Bader befürchtet, dass der Umzug des Lebensmittelmarktes an die Obere Breite den Wert der umliegenden Wohngrundstücke beeinträchtige. Zum Argument Fenebergs, der Bahnhof sei ungeeignet, weil dort nur eine Tiefgarage möglich wäre, die aber von den Kunden wohl nur schlecht angenommen würde und unwirtschaftlich sei, sagte er: 'Ich garantiere, dass die trotzdem ihren Gewinn machen.' Die Gemeinde solle sich von dem Unternehmen nicht unter Druck setzen lassen.

Hans Hölzler plädierte dafür, das alte Bahnhofsgebäude aus historischen Gründen 'wenn irgendwie machbar' zu erhalten. 'Das wird eine schnöde Mammon-Entscheidung', meinte Rudolph dazu.

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