Konferenz
Kommunen hoffen auf günstige Kasernenflächen

Möglichst schnell und günstig an die Kasernengrundstücke kommen. Das steht nach der Bundeswehrreform für die von Standortschließungen und -verkleinerungen betroffenen Allgäuer Kommunen an erster Stelle. Darin waren sich die Teilnehmer der Allgäu Initativ Konferenz der Allgäu GmbH gestern in Scheidegg (Kreis Lindau) einig. Einstimmig verabschiedeten die rund 60 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Tourismus und Landwirtschaft eine Resolution, die diesen Punkt beinhaltet.

'Mit der Entscheidung, 63 Prozent aller im Allgäu bestehenden Dienstposten zu streichen und zwei von vier Standorten ganz zu schließen, wird das Allgäu über Gebühr beansprucht', sagte der Oberallgäuer Landrat und Aufsichtsratsvorsitzende der Allgäu GmbH, Gebhard Kaiser. 'Bundes- und Landesregierung müssen sich jetzt zu klaren Unterstützungsmaßnahmen für den Übergang bekennen.'

Die Vertreter der Allgäu GmbH fordern deshalb in ihrer Resolution, dass die durch die abziehende Bundeswehr freiwerdenden Flächen den Kommunen zu günstigen Konditionen zum Kauf angeboten werden.

Um den Verlust von Arbeitsplätzen und Kaufkraft durch die Bundeswehrreform zu kompensieren, soll außerdem die Verkehrsanbindung des Allgäus – besonders durch einen zügigen vierspurigen Ausbau der B 12 – verbessert werden.

Außerdem soll es von staatlicher Seite finanzielle Hilfe bei der Um- und Neunutzung der Kasernenflächen geben. Eine ähnliche Unterstützung müssten auch die von den Schließungen betroffenen Soldaten und Zivilbeschäftigten erfahren, forderte stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Markus Brehm.

Einen konkreten Lösungsvorschlag gab es gestern bereits für einen weiteren Punkt der Resolution – die Stärkung öffentlicher Einrichtungen an den geschlossenen oder verkleinerten Bundeswehrstandorten. Nach Angaben von Kemptens Oberbürgermeister Dr.

Ulrich Netzer sucht die Landesregierung derzeit einen Standort für ein Museum der bayerischen Geschichte. Von 40 Bewerbern sind noch fünf in der engeren Auswahl. Der letzte schwäbische Vertreter heißt Kempten. 'Das Haus der bayerischen Geschichte könnte nach der eklatanten Reduzierung der Bundeswehr ein neuer Anreiz für Touristen sein und dem Allgäu neuen Schub geben', sagte Netzer und formulierte das in einer zweiten Resolution, die die Konferenzteilnehmer ebenfalls einstimmig befürworteten.

Die Entscheidung zum Standort des Museums fällt laut Bundestagsabgeordnetem Stephan Thomae in etwa drei Wochen. Noch sei alles offen, so der FDP-Politiker.

Weitere Themen waren die neue Struktur des Deutschen Bahn und der im Zuge der Neigetechnik veränderte Fahrplan, ein Verkehrskonzept für das Allgäu und der Status der Energiewende in der Region.

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