Isny-Oper
Isny-Oper: Das schlaue Füchslein von Leos Janácek ist märchenhaft-menschlich inszeniert

Das «Schlaue Füchslein», das am Dienstagabend bei der Isny-Oper Premiere hatte, ist trotz strömenden Regens trocken geblieben, denn die Aufführung fand im Kurhaus statt. So blieb zwar die malerische Kulisse der Freilichtbühne am Diebsturm ausgeklammert, dafür musste man nicht mit Sängern und Musikern bangen.

Leos Janácek (1854 - 1928) hat die Musik für seine Oper der Natur, dem Wald und seinen Stimmen abgelauscht, doch sein Realismus erschöpft sich nicht in simpler Tierimitation, sondern verwebt das Gehörte mit der Sprachmelodie seiner mährischen Heimat (daher die Aufführung in Originalsprache) in eine lichte, atmosphärische, poetische Musik. Die Natur ist es, wo für ihn Freiheit und unverstellter Eros stattfinden, in einem ewigen Kreislauf aus Tod und Erneuerung. In der Gefangenschaft ist das << schlaue Füchslein >>, das der Förster ins Forsthaus mitgenommen hat, den plumpen Annäherungsversuchen des Hundes, den Streichen der Försterkinder und den dummen Hühnern ausgeliefert, erst in der Freiheit findet die Füchsin den noblen Fuchs, mit dem sie Hochzeit feiert. Ihre Kinder leben weiter, auch wenn der Landstreicher Háraschta die Füchsin erschießt und ihren Pelz seiner Braut um die Schultern legt.

Füchsin als Zigeunermädchen

Tiere und Menschen gehen hier nahtlos ineinander über: Die Füchsin steht für das Zigeunermädchen Terynka, von der Förster, Lehrer und Pfarrer träumen und die der Landstreicher heimführt. Daher darf eine Inszenierung nicht nur das Tiermärchen sehen, nicht nur possierliche Tiere in eine Waldlandschaft stellen. Hans-Christian Hauser, der auch in seiner 23. Produktion für die Isny-Oper künstlerischer und musikalischer Leiter und Regisseur in einer Person ist, hat auf solch vordergründigen Realismus verzichtet. Leer ist die Bühne im Kurhaus, nur ein paar Girlanden mit papierenen Blättern verweisen in den Wald, ein Tanzpaar flattert als bunte Schmetterlinge durch die Szenen.

Diana Leists Kostüme stilisieren Merkmale der Tiere: Die Füchsin trägt eine schicke Fellweste und passende Gamaschen. Im Mittelpunkt stehen die Stimmen: Wieder hat Hauser spielfreudige junge Talente zusammengeführt, manche sind schon mehrmals dabei. Sehr schön strömen und harmonieren ihre Stimmen - genannt seien die Sopranistin Aline Lettow als agiles Füchslein, der hohe Tenor Sandro Schmalzl als Fuchs, Bariton Heinz-Daniel Makra als Förster, die Altistin Iskra Staneva als Pfarrer und Dachs und Bassist Ivan Zvarik als Háraschta. Leider werden die Sänger im Kurhaus zu sehr zugedeckt vom Orchester, das fast auf gleicher Höhe davor sitzt und bei der Premiere die gebotene Leichtigkeit und Durchsichtigkeit vermissen lässt.

Weitere Aufführungen in Isny (je nach Witterung am Diebsturm oder im Kurhaus) am 22., 23., 25. Juli (20 Uhr). Karten-Telefon: 07562/9756350

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