Interview
«Ich will Menschen fröhlich zu machen»

Mit «Schöne Maid» ist er berühmt geworden, doch das Repertoire des ausgebildeten Opernsängers umfasst weit mehr: Der Schlagersänger und Entertainer Tony Marshall tritt am zweiten Weihnachtsfeiertag, am 26. Dezember in der Pfarrkirche in Heimenkirch auf. Der Erlös des Benefizkonzertes fließt in die Sanierung der Pfarrkirche St. Margareta. Anna Feßler hat mit ihm gesprochen und ihn gefragt, wie er Weihnachten verbringt und was die Besucher in Heimenkirch erwartet.

Sie singen am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Kirche St. Margareta - wie werden Sie die Feiertage verbringen?

Tony Marshall: So wie es bei uns seit jeher Tradition ist - schon bei meinen Großeltern und dann bei meinen Eltern war das schon so. Es trifft sich die ganze Familie - ich habe drei Kinder und fünf Enkel - und dann schmettern wir gemeinsam Weihnachtslieder. Oh Du Fröhliche und alles was sonst noch dazu gehört.

Warum treten Sie in Heimenkirch auf? Wie ist es dazu gekommen?

Marshall: Ich habe Pfarrer Franz Xaver Schmid auf einer Kreuzfahrt kennenlernt - er war dort als Bordpfarrer und ich als Sänger engagiert. Wir sind Freunde geworden und ich habe ihm versprochen in seiner Kirche aufzutreten.

Treten Sie öfters in Kirchen auf - oder ist das etwas Ungewöhnliches für Sie?

Marshall: Ich habe mit acht Jahren in einer Kirche mein erstes Geigenkonzert gegeben. Außerdem habe ich noch einen Pfarrer als Freund in Renningen, dort trete ich schon seit dreißig Jahren in der Kirche auf. Es macht richtig Freude und die Menschen stehen oft sogar draußen vor der Kirche.

Was verbindet Sie mit Heimenkirch?

Marshall: Sooft ich kann, fahre ich nach Heimenkirch. Ich habe mich in die Ecke verliebt. Es ist einfach ein schönes Fleckchen Erde, ein Stückchen näher am Paradies. Ich komme auch gerne hier her, da Günther Holdenried und Pfarrer Schmid gute Freunde von mir geworden sind.

Sie singen Schlager, Volksmusik, Musical-Melodien und Welthits - auf was können sich die Besucher in Heimenkirch freuen?

Marshall: Auf geistliche und weltliche Lieder - rund um Weihnachten natürlich. Von Schuberts Ave Maria über Stille Nacht bis Oh Happy Day.

Sie singen in acht Sprachen - wie gut sprechen Sie sie?

Marshall: Drei Sprachen spreche ich richtig gut fließend: Englisch, Französisch und Italienisch. Spanisch spreche ich ein bisschen.

Sie werden oft als «Fröhlichmacher der Nation» bezeichnet - haben Sie auch schlechte Tage?

Marshall: Eigentlich nicht. Aber es gibt natürlich Dinge, die mich berühren und traurig stimmen. Etwa, dass die Menschen aus den Kriegen nichts gelernt haben. Aber auf der Bühne sehe ich es als meine Berufung und meine Aufgabe an, dafür zu sorgen, die Menschen fröhlich zu machen.

Sie stehen seit über 50 Jahren auf der Bühne. Gab es Momente in denen Sie sich überlegt haben aufzuhören?

Marshall: Nein, das kam für mich nie in Frage. Es war immer mein Wunsch auf der Bühne zu stehen.

Sie sind ausgebildeter Opernsänger - was sind Ihre Lieblingsstücke?

Marshall: Ich bin ein absoluter Klassikfan. Vor allem die italienische Oper liebe ich sehr. Zum Beispiel Verdis Aida. Da ist einfach sehr viel Dramatik drin.

Tony Marschall ist Ihr Künstlername - warum treten Sie nicht unter Ihrem bürgerlichen Namen Herbert Anton Hilger auf?

Marshall: Damals in den 60er Jahren als ich meine erste Platte aufgenommen habe, war das so üblich. Jeder hatte einen Künstlernamen. Ich habe mir den Namen auch nicht selbst ausgesucht. Aber ich war damals sehr sportlich, habe viel Leichtathletik gemacht. Und da General zu hart klang, hat man Marshall gewählt. Tony ist einfach die Abkürzung von Anton.

Seit über zehn Jahren gibt es die Tony-Marschall-Stiftung, die Sie damals wegen Ihrer Tochter Stella gegründet haben. Was unterstützen Sie damit?

Marshall: Behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Meine Tochter hat eine dreifach Behinderung. Mit dem Geld werden Arbeitsplätze umgebaut und Wohnräume geschaffen, damit diese Menschen ein möglichst normales Leben führen können.

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