Haushalt
Hergatzer Gemeinderäte wollen mehr sparen

Die Hergatzer Gemeinderäte wollen mehr sparen. Daher haben sie die Abstimmung über den Haushalt verschoben. Und das obwohl der Satzungsbeschluss bereits in der letzten Gemeinderatssitzung vorgestellt und das Zahlenwerk im Haupt- und Finanzausschuss vorberaten worden war.

Gleich einige Ratsmitglieder brachten in der Gemeinderatssitzung Bedenken vor, dass die in den letzten beiden Jahren gebildeten Rücklagen heuer fast aufgebraucht werden sollen. In Zeiten der Hochkonjunktur sollte man Rücklagen bilden und nicht abschmelzen, meinte Ratsmitglied Michael Zeh.

Das war auch die Marschrichtung von Kornelia Karg: 'In guten Zeiten vorsorgen und kein Risiko fahren.' Ein Antrag, im Haushaltsentwurf irgendeine Investition zu streichen, erfolgte allerdings nicht. Es blieb dabei, verbal mit dem Rotstift zu liebäugeln und auf die nächste Ausschusssitzung zu warten.

Klaus Bilgeri übte sich angesichts des Umstandes, dass das Gremium größeren Projekten wie Schulhofneugestaltung, Rathausvorplatz, Straßenbrücke Maria-Thann und Aktivpark ja bereits zugestimmt hat, in Selbsterkenntnis: 'Wir sind schnell dabei, Bedürfnisse zu befriedigen und hinterher kommt das große Jammern.'

Nur 50 000 Euro vom Sportverein

Dem großen Jammern könnte angesichts neuer Zahlen das schon beantragte Leader-Projekt Aktivpark zum Opfer fallen, das dem TSV Wohmbrechts den ersehnten Kunstrasenplatz bescheren soll.

Der Sportverein hatte vor einer knappen Woche der Verwaltung mitgeteilt, er könne nicht wie vorgesehen 80 000 Euro an Eigenmitteln einbringen sondern nur 50 000 Euro. Und die Hälfte davon müsste über ein kommunales Darlehen finanziert werden, für das die Gemeinde bürgen soll.

Nicht in der Pflicht sah sich der TSV auch beim Unterhalt des Kunstrasenplatzes.

Nur über Leader zu Kunstrasen

Für die Gemeinde bedeutet das, dass sie nunmehr 240000 Euro in den Aktivpark investieren müsste. 30000 Euro mehr als bisher angesetzt. Für die Räte eine neue Situation, von der sie sich überfahren fühlten.

TSV-Vorsitzender Herbert Weber wies den Vorwurf von Karl Schmid zurück, dass der Verein hier kurz vor der Haushaltsberatung 'was Neues angeleiert' hat und Druck aufbauen wolle. Er machte deutlich, dass die veränderte Finanzlage des TSV nur noch eine niedrigere Beteiligung zulässt. Und dass die Leader-Förderung die einzige Chance ist, an einen Kunstrasenplatz zu kommen.

Reinhard Dorn hatte in der Diskussion vorrangig den Finanzplan vor Augen, der in den nächsten beiden Jahren hohe Kreditaufnahmen vorsieht. Den Neubau der Straßenbrücke in Maria-Thann wollte er deshalb im diesjährigen Haushalt untergebracht wissen statt im Finanzplan für 2013.

Das mache wenig Sinn, denn die Brücke könne frühestens 2013 gebaut werden, erinnerte Bürgermeister Uwe Giebl an Fakten. Auch Giebls Bemühung, das streitbare Ratsmitglied davon zu überzeugen, dass ein Finanzplan nun mal so etwas ist wie 'eine Wettervorhersage für die nächsten Jahre', fruchtete wenig. Hatte Dorn doch veränderte Ansätze beim Baugebiet 'Wohmbrechts Ost' entdeckt, dass nunmehr unter 'Wohmbrechts Süd' aufgelistet war.

Frist verpasst

Einen angesetzten Ausgabeposten hat sich das Hergatzer Gremium mit der Vertagung des Beschlusses zum Haushalt auf die April-Sitzung übrigens schon eingespart. Für die Umrüstung von alten Straßenlampen auf LED-Leuchten hätte der Förderantrag bis Ende März eingereicht werden müssen.

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