Vorgespräch
Hergatz und Heimenkirch wollen Baumaßnahme gemeinsam angehen

Die seit sieben Wochen gesperrte Brücke über den Wildbach Dürrach im Lengatzer Tobel soll spätestens in einem halben Jahr saniert sein. Auf dieses Signal für die Bürger und nicht zuletzt auf gemeinsames Handeln einigten sich die Bauausschüsse der Gemeinden Heimenkirch und Hergatz. Weil der Hergatzer Ausschuss kein beschließender ist, werden die endgültigen Beschlüsse in den Gemeinderäten gefasst.

Manfred Embacher vom Ingenieurbüro Zimmermann & Meixner listete in der Sitzung auf, was im Bereich der Brücke zu tun ist: Bachabwärts sind weggebrochene untere Stützwände zu ersetzen, Bachsohle und -böschungen müssen befestigt werden. Zum Einsatz kommen Wasserbausteine. Darüber hinaus muss die Entwässerung der Straße verbessert werden.

Der Heimenkircher Gemeindechef Markus Reichart hob in der Diskussion das Verbindende von Brücken hervor und rief zu gemeinsamem Handeln auf. Und er übte sich auch in bemerkenswerter Geduld, als von Hergatzer Seite eine neue Aufteilung der Kosten gefordert wurde.

Bei der letzten Schätzung war das Ingenieurbüro Zimmermann & Meixner von 33 000 Euro ausgegangen, aufgeteilt in 19 000 Euro für Heimenkirch und 14 000 Euro für Hergatz. Nach einigem Hin und Her einigte man sich darauf, dass die Sanierung für beide Seiten akurat ab Brückenmitte berechnet wird.

Was an Entwässerung bei der Straße anfällt, geht dann auf Rechnung der jeweiligen Gemeinde. Die neuen Zahlen möchte Hergatz vor einer Entscheidung des Gemeinderats vorliegen haben.

Woher welches Wasser fließt

'Etwas schade' fand Reichart bei der Diskussion um die Kostenaufteilung das Heranziehen von Argumenten, Oberflächenwasser laufe von Heimenkircher auf Hergatzer Markung und sei auch für die Schäden an der Brücke verantwortlich.

Die fehlende Wasserführung hatten Wolfgang Boll und Michael Zeh moniert und auch der Hergatzer Bürgermeister Uwe Giebl hatte auf das Verursacherprinzip angespielt: 'Sonst würden wir heute nicht hier sitzen.' Mit einer solchen Argumentation würden alle verlieren, machte daraufhin Reichart deutlich.

Man habe die Brücke vor rund 50 Jahren gemeinsam gebaut und nun sollte man sie auch miteinander richten, anstatt nachzusinnen, wie genau die Erosion nun entstanden ist. Abgesehen davon gebe es entlang der Gemarkungsgrenze sicher auch Stellen, wo Oberflächenwasser von Hergatz nach Heimenkirch fließt, so Reichart.

Danach war für den Schultes der Marktgemeinde wieder Zeit, Verbindendes auf den Weg zu bringen. Er schlug vor, nach der Sanierung ein gemeinsames Brückenfest zu veranstalten. Die Summe, die Uwe Giebl als Privatmann zu diesem Zweck ausgebe, werde er drauflegen, versprach Reichart schmunzelnd.

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