Beschluss
Heimenkirch sagt Nein zur Biosphärenregion

Heimenkirch wird nicht zur Biosphärenregion Allgäu gehören - falls denn jemals eine solche aus der Taufe gehoben wird. Der Markt ist damit die erste Gemeinde im Westallgäu, die ein klares Nein zu dem UNESCO-Projekt ausgesprochen hat. Zustimmungen liegen bislang aus Hergatz, Gestratz, Grünenbach, Maierhöfen und Stiefenhofen vor.

In Röthenbach gab es bei der Bürgerversammlung eine angeregte Diskussion mit sehr skeptischen Stimmen zu dem Thema. Auch die Heimenkircher Räte setzten sich ernsthaft und kontrovers damit auseinander - um dann mit zwölf zu vier Stimmen abzulehnen. Auch Bürgermeister Markus Reichart war dagegen. Er äußerte im Hinblick auf andere laufende Projekte in der Gemeinde die Befürchtung: «Wir verzetteln uns.»

In der zu bildenden Biosphärenregion Allgäu wäre aus Heimenkirch das Hammermoos als sogenannte «Pflegezone» in Betracht gekommmen. In den Pflegezonen gilt es, die Lebensraumvielfalt zu schützen. «Dieses Ziel verfolgen wir im Hammermoos auch mit der Flurbereinigung», sagte 2. Bürgermeister Albert Lau. Er sprach außerdem die Sorgen der Landwirte an. Falls im Kürnacher Wald nicht wie geplant die Kernzone der Biosphärenregion ausgewiesen werden könne, weil die Besitzer einen künftigen Nutzungsverzicht ablehnten, müsste woanders eine Kernzone gesucht werden. «Dieses Risiko wird den Landwirten zugemutet.

» Aus einer Informationsveranstaltung in Gestratz zum Thema Biosphärenregion hat Albert Lau die Erkenntnis gezogen: «Für Heimenkirch sehe ich keinen großen Vorteil.» Als Unsicherheitsfaktor wertete er die finanzielle Seite, die momentan noch nicht genau beziffert werden könnten.

Bürgermeister Markus Reichart stellte klar: «Mit der heutigen Entscheidung verpflichten wir uns noch nicht zur Übernahme irgendwelcher Kosten.» Dennoch forderte er von seinen Gemeinderäten, sich grundsätzlich zu überlegen, ob sie hinter dem UNESCO-Projekt stehen.

Lindl: «Langfristiger Nutzen»

Als deutlicher Befürworter legte sich Georg Lindl ins Zeug. «Das ist eine große Chance für uns, unseren Lebensraum für die Zukunft zu gestalten», sagte er. «Die Vorteile sind nicht in Zahlen quantifizierbar.» Aber die Biosphärenregion sei ein klar umrissenes Ziel mit einer großen Ausstrahlung. «Der langfristige Nutzen ist gewaltig.» Lindl stellte einen Vergleich an mit der Wirtschaftsleitstelle WEST, die beim vorangegangenen Tagesordnungspunkt ihre Ziele und Tätigkeiten vorgestellt hatte. «Wir sollten unsere Heimat nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht gestalten, sondern auch als Lebensraum mit einem Landschaftswert.» Auch die Chance der Zusammenarbeit in einer länderübergreifenden Region nannte Lindl als Argument.

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