Interview
«Grundsätzlich bin ich Pfarrer - das andere ist Zusatz»

Seit gestern ist es amtlich: Der Heimenkircher Pfarrer Franz Xaver Schmid ist neuer Dekan im Dekanat Lindau. Die bischöfliche Pressestelle hat den Westallgäuer per E-Mail darüber informiert, dass ihn Bischof Dr. Konrad Zdarsa mit Wirkung vom 1. Dezember zum Dekan des Dekanates Lindau ernannt und damit die vor einer Woche getroffene Wahlentscheidung der Priester bestätigt hat. Mit ihrem Glückwunsch überraschte gestern die Redaktion den neuen Dekan - er selbst hatte noch gar keine Post aus Augsburg vorliegen. Schmid ist damit Nachfolger von Monsignore Ortwin Gebauer aus Lindau, der zwölf Jahre dieses Amt innehatte. Wie Dekan Schmid im Gespräch mit Ingrid Grohe erklärte, wird er auch in der neuen Funktion gut darauf achten, seine Pfarrei St. Margareta nicht zu vernachlässigen.

Herr Pfarrer Schmid, herzlichen Glückwunsch zur Ernennung - darf man Sie eigentlich noch Herr Pfarrer nennen?

Dekan Franz Xaver Schmid: Seit die Wahl bekannt ist, fragen meine Heimenkircher Leute auch danach. Denen sage ich: Für Euch bin ich der Pfarrer. Nur wenn es eine spezielle Aufgabe oder Funktion ist, die ich als Dekan wahrnehme, bin ich der Dekan. Auch die anderen Leute im Dekanat können mich Dekan nennen, wenn sie möchten. Falsch machen kann man da nichts. Grundsätzlich bin ich Pfarrer - das andere ist Zusatz.

Was sind eigentlich Ihre Aufgaben als Dekan?

Schmid: Dazu gibt es eigene Statuten, mit denen muss ich mich noch befassen. Ich war von 1990 bis 96 schon mal Dekan im Dekanat Schwabmünchen, insofern ist mir nicht alles neu. Für die Priester ist der Dekan das Bindeglied zur Diözesanleitung, sprich zum Bischof. Ich habe die Aufgabe, die regelmäßige Zusammenkunft der Priester, den Dies, einzuberufen. Auch soll der Dekan neue Pfarrer einführen, die Zusammenarbeit zwischen Priestern und Laien fördern oder auch mal vermitteln, wenn es irgendwo Konflikte gibt.

Haben Sie als Dekan eine höhere Position in der kirchlichen Hierarchie oder eine Weisungsbefungnis gegenüber anderen Priestern?

Schmid: Ja, man trägt Verantwortung für einen größeren Bereich und hat Weisungsbefugnis innerhalb des Dekanats - aber immer in Abstimmung mit der Diözesanleitung. Ich muss dafür Sorge tragen, dass Anregungen und Anweisungen der Diözesanleitung umgesetzt werden.

Und im Verhältnis zu den Gläubigen - denken Sie, dass das Wort eines Dekans bei den Katholiken besonderes Gewicht hat?

Schmid: Das könnte schon sein. Ich kann mir vorstellen, wenn der Dekan etwas zu diesem oder jenem Thema sagt, dass Gläubige das besonders wichtig nehmen. Aber man sollte das nicht so hoch hängen. So großartig ist die Position eines Dekans auch nicht.

Inwieweit verändert sich durch das Amt Ihr berufliches Leben als Seelsorger?

Schmid: Mein Wirken als Seelsorger ändert sich überhaupt nicht - das sage ich jetzt mal so, naiv wie ich bin. Natürlich wird eine Reihe von Terminen auf mich zukommen. Beispielsweise wenn besondere Ereignisse in den Pfarrgemeinden anstehen. Aber ich habe meinen Mitbrüdern vor der Wahl schon gesagt, dass ich repräsentative Termine nur eingeschränkt wahrnehme. Meine Aufgaben als Pfarrer von Heimenkirch haben bei Terminkollisionen Priorität.

Wird sich im Dekanat etwas ändern?

Schmid: Es ist zu früh, darüber jetzt etwas zu sagen. Ich muss das erst mal setzen lassen. Für Schwerpunkte in der Seelsorge ist die monatliche Zusammenkunft der Priester zuständig. Wir überlegen gemeinsam, was gemacht werden soll. Ich bin nicht der Macher an der Spitze, eher eine Art Lokomotive.

Mein Vorgänger im Dekanat Schwabmünchen hat mal gesagt, ein Dekan sei so etwas wie der Klassensprecher der Pfarrer. In gewisser Weise verstehe ich das Amt auch so.

Können Sie als ehemaliger Pfarrer von Weißensberg und jetziger von Heimenkirch das Zusammenrücken der Katholiken aus dem oberen und dem unteren Landkreis unterstützen?

Schmid: Man kommt ja zusammen und ist in gewisser Weise beieinander. Aber es sind schon unterschiedliche Charaktere: da die Allgäuer, dort die Bodenseeschwaben. Es kann natürlich sein, dass Katholiken im oberen Landkreis den Dekan jetzt als ein bisschen näher empfinden - weil Heimenkirch ungefähr in der Mitte liegt.

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