Serie
Gerhard Honold wacht über den Immenstädter Forst

Zum 'Internationalen Jahr der Wälder 2011' berichten wir in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Forstverwaltung in einer Serie über den heimischen Wald und die Menschen, die von ihm leben. Der vierte Teil heute befasst sich mit der Arbeit eines Försters. Die Natur faszinierte Gerhard Honold schon immer. 'Als Kind habe ich mich sehr für die Tier- und Pflanzenwelt interessiert und wollte unbedingt etwas in die Richtung machen', erzählt der Immenstädter Stadtförster, der heute über rund 1000 Hektar Wald- und etwa 300 Hektar landwirtschaftliche Grundfläche wacht. Oder genauer gesagt: deren Bewirtschaftung plant, organisiert und kontrolliert.

Dafür müsse man einerseits wirtschaftlich denken, erläutert der 48-Jährige. So habe Immenstadt mit dem Verkauf von Holz voriges Jahr einen Reinerlös von knapp 150 000 Euro – freilich auch wegen des aktuell hohen Festmeterpreises – erzielt. Andererseits müssten Bergwälder auch zukunftsfähig betrieben werden – Nachhaltigkeit lautet das Stichwort, das übrigens aus der Forstwirtschaft kommt.

'Die Bäume, die heute angepflanzt werden, um einen bestimmten Bereich im Wald zu verjüngen, müssen noch in 100 bis 150 Jahren stehen', erklärt Honold. So lange dauert es ungefähr, bis die Riesen gefällt werden. Darum müsse ein Förster sich nicht nur gut mit der Beschaffenheit vor Ort auskennen – etwa im Steigbachtal, am Immenstädter Horn und am Gschwender Horn gebe es unterschiedlich beschaffene Böden –, sondern auch mit den verschiedenen Baumarten.

Es gelte, eine möglichst breite Palette über Jahrzehnte hinweg aufzustellen, damit der Wald den durch den Klimawandel immer stärker werdenden Bedrohungen standhält, weiß Honold.

Wie beispielsweise starken Stürmen, Trockenperioden ('Bei fünf Sommern wie der im Jahr 2003 in Folge wären die Hälfte unserer Fichten kaputt'), Starkregen oder Parasiten. 'Die richtige Mischung an Baumarten am jeweiligen Fleck macht’s aus.'

Rund 5000 Festmeter Holz verkaufe die Stadt Immenstadt pro Jahr, so der Stadtförster. Dies entspreche etwa 200 Lkw-Ladungen. Honold organisiert dabei nicht nur Vertrieb und Vermarktung, sondern kümmert sich um sämtliche Betriebsabläufe: Wann wird welcher Waldarbeiter wo eingesetzt und welche Maschinen sind für die Ernte nötig?

Neben den klassischen Aufgaben betreut der Immenstädter Förster die zehn städtischen Alpen, die Langlauf-Loipen im Winter und die 250 Kilometer an Wanderwegen. Zu den Strecken müsse es im Wald auch klar abgegrenzte Ruhezonen für Tiere geben. Auch das Thema Jagd spielt für den Förster eine wichtige Rolle: 'Eine ordentliche Bewirtschaftung der Wälder steht und fällt mit dem Wildbestand: Der darf nicht zu hoch sein', betont Honold. Ansonsten würden Tiere zu viele Bäume anknabbern, welche sich dann nicht mehr richtig entwickeln könnten. (kk)

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