Biomasse
Gelber Qualm an Neujahr

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat es im Heizkraftwerk Scheidegg Anfang des Jahres Störungen gegeben. Aus den beiden Kaminen, die normalerweise lediglich Wasserdampf ausleiten, quoll an Neujahr dicker, gelblicher Rauch. Grund: Feuchtes Brennmaterial hatte zu Problemen bei der Feuerung geführt. In dieser Woche ist der Kessel für einige Tage abgeschaltet und gereinigt worden. Seit gestern läuft er wieder regulär.

Laut Karl-Heinz Lumer, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft BioEnergie Allgäu GmbH, konnte der Staubemissionsgrenzwert immer eingehalten werden, lediglich der Kohlenmonoxid- (CO-) Wert sei zeitweise überschritten worden. Über ein paar Tage hätten sich die Schwierigkeiten hingezogen, erklärt er auf Anfrage unserer Zeitung. «Für die Gesundheit der Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung.»

Als Genehmigungs- und Überwachungsbehörde wurde am ersten Arbeitstag nach Neujahr, am Montag, 3. Januar, das Landratsamt informiert. Dessen Vertreter, Umweltingenieur Rudolf Fritze, bestätigt die Einschätzung Lumers: «Wir haben vor Ort festgestellt, dass keine schädliche Umweltbeeinflussung zu befürchten war.» Die Beamten besprachen mit dem Heizwerkbetreiber die anstehenden Maßnahmen zur Behebung der Probleme und beobachteten die Entwicklung.

«Ab 4. Januar waren die Kohlenmonoxid-Immissionen wieder im zulässigen Bereich», so Fritze.

Um dies zu erreichen, mischte der Betriebsleiter des Biomasseheizwerks Hans-Jörg Berger trockenes Material unter das feuchte. Bis die Holzfeuerungsanlage wieder normal funktionierte, musste sie durch den Ölbrenner unterstützt werden. Den wirtschaftlichen Schaden kann Geschäftsführer Lumer noch nicht genau beziffern. «Ein paar Tausend Euro kommen schon zusammen», schätzt er und verweist auf die Kosten für das teure Brennmaterial Öl und die Kesselreinigung.

Den Hintergrund der Probleme erläutert Betriebsleiter Berger: «Wir hatten vor Weihnachten Schwierigkeiten, an trockenes Material zu kommen.» Der ideale Brennstoff für das Heizwerk seien Hackschnitzel, die direkt bei der Holzernte im Wald aus Resten und Abfällen gewonnen werden. Sie hätten mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 40 bis 50 Prozent die ideale Beschaffenheit.

Vor Weihnachten aber sei über längere Zeit aufgrund des schlechten Wetters und der Schneefälle kaum im Holz gearbeitet worden. Nun musste die Westallgäuer Waldbesitzervereinigung (WBV) als Lieferant des Biomasseheizwerks Heizmaterial von einem Freilager bei Lindau holen. Dieses war zwar ursprünglich durchaus trocken, hatte sich aber im Laufe der voranggegangenen feuchten Wochen mit Nässe vollgesaugt.

Laut Berger war der gelbe Qualm am Jahresanfang ein «einmaliger Sonderfall». Alle Beteiligten hätten aus dieser Erfahrung gelernt. Die WBV werde den Brennstoff nicht mehr in gehäckselter Form im Freien lagern. Geschäftsführer Lumer sagt: «Wir werden das angelieferte Material künftig genauer überprüfen, und es im Zweifelsfall auch ablehnen.»

Inzwischen haben die Waldbauern die Arbeit im Holz wieder aufgenommen und liefern laut Lumer optimales Brennmaterial.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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