Arbeitsmarkt
Gastgewerbe und Handwerk im Landkreis Lindau haben noch viele Lehrstellen frei

Für Hunderte junge Erwachsene im Landkreis beginnt am heutigen Donnerstag ein neuer Lebensabschnitt: Nach neun oder mehr Jahren in der Schule starten sie ihre Berufsausbildung. Und während es noch vor wenigen Jahren mehr Bewerber als Ausbildungsplätze gab, hat sich die Lage geradezu dramatisch verändert: Allein bei der Agentur für Arbeit in Lindau sind noch 136 freie Stellen gemeldet.

Die gestern veröffentlichten Zahlen enthalten für Herbert Mühlegg keine Überraschungen: << Der Trend der letzten Jahre setzt sich fort >>, so der Pressesprecher der für den Landkreis zuständigen Agentur für Arbeit in Kempten. Danach werden vor allem im Gastgewerbe noch Auszubildende gesucht - darunter allein 13 angehende Köche.

Aber auch Bäcker und Metzger würden gerne ausbilden, finden aber den Nachwuchs nicht. << Der Mangel an Auszubildenden ist in diesen Berufen nicht ungewöhnlich >>, weiß Mühlegg.

Doch auch in Arztpraxen fehlt der Nachwuchs: So sind es unter den 24 offenen Stellen im Bereich Gesundheit und Soziales vor allem die Arzthelferinnen, die fehlen.

Im Laufe der zurückliegenden zwölf Monate wurden der Agentur 437 Ausbildungsplätze gemeldet. Den derzeit noch offenen 136 Plätzen stehen nur 45 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Dass es hier zu keiner erfolgreichen Vermittlung kommt, hat unterschiedliche Gründe. << Im ländlichen Raum scheitert es oft an den Entfernungen >>, weiß Mühlegg.

Aber manchem Bewerber fehlt auch die notwendige Qualifikation. Hier bietet die Arbeitsagentur den Betrieben Unterstützung an. << Denkbar ist, dass wir die Kosten für den Nachhilfe-Unterricht beispielsweise in Mathe übernehmen >>, so Mühlegg.

Die stellvertretende Kreishandwerksmeisterin, Petra Zander, betont denn auch, dass das Handwerk teilweise händeringend nach << ausbildungsfähigen jungen Leuten >> sucht. Sie müssen einerseits schreiben und rechnen können, andererseits aber auch die richtige Motivation mitbringen.

<< Auch Freundlichkeit und Sauberkeit sind wichtig >>, betont Zander. Das beste Kennenlernen sei über ein Praktikum möglich - auch jetzt noch. << Da sieht man oft nach einem halben Tag, ob es passt oder nicht >>, weiß Zander aus Erfahrung.

In ihrer Branche, dem Friseur-Handwerk, werden ebenso noch Auszubildende gesucht wie in den Metallberufen. << Im vorigen Jahr haben sechs Metallbauer ihre Ausbildung begonnen. In diesem Jahr ist bislang nur ein Vertrag abgeschlossen worden >>, weiß Handwerkskammer-Geschäftsführerin Helga Schweyer.

Waren Ende August 2010 bereits 70 Ausbildungsverträge abgeschlossen, sind es derzeit nur 57. Besonders gefragt war in diesem Jahr der Sanitär-Bereich, zu dem auch die Heizungs- und Klimatechnik zählt. << Hier ist die Zahl der Azubis gestiegen >>, so Schweyer.

Sie beobachtet bei den Lehrstellenbörsen ein vergleichsweise geringes Interesse an Handwerksberufen. Büro-Jobs sind auch 2011 mehr gefragt. Das bestätigt Herbert Mühlegg von der Agentur für Arbeit. In seiner Hitliste der gefragtesten Ausbildungsberufe stehen Büroberufe weit vorn.

Wenn es denn ins Handwerk geht, dann wollen Jungen gern Kfz-Mechatroniker und Mädchen Friseurin werden.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen