Unwetter
Feuerwehr: «So etwas noch nie erlebt» - Unwetter im Westallgäu

Hans Müller ist ein erfahrener Feuerwehrmann, doch so etwas wie am Sonntagabend und gestern Vormittag hat der Kommandant der Feuerwehr Maria-Thann «noch nie erlebt». Hagel, Starkregen und Sturm sorgte an zwei Tagen hintereinander unter anderem in dem Hergatzer Ortsteil für Überflutungen, Stromausfall und Schäden an Häusern, Stromleitungen und Bäumen. Auch Müller selbst war betroffen. Wasser drang in sein Haus ein und das Dach wurde, wie in zwei weiteren Fällen beschädigt.

Schon am späten Sonntagnachmittag hatte ein Unwetter die Gemeinde Hergatz heimgesucht. Müller spricht von << teilweise tennisballgroßen >> Hagelkörnern, die über Maria-Thann niedergingen. Keine zwölf Stunden später liefen in Teilen der Gemeinde erneut Keller voll, Straßen waren überflutet, auf den Wiesen bildeten sich Teiche.

Rund 70 Helfer waren an den beiden Tagen im Einsatz. Neben der Feuerwehr Maria-Thann rückten auch die Wehrler aus Wohmbrechts, Opfenbach und Lindenberg aus. Unterstützt wurden sie unter anderem vom Technischen Hilfswerk aus Lindenberg.

Ein Opfenbacher Landwirt brachte zudem mit seiner Zugmaschine 500 Sandsäcke aus der Nachbargemeinde. Etwa 30 Mal pumpten die Helfer in den vergangenen zwei Tagen vollgelaufene Keller aus.

Besonders betroffen war gestern der Ortsteil Grod (Gemeinde Hergatz). Beide Zufahrtswege in die an der B12 gelegenen Filiale waren teilweise nicht passierbar. Nur mit Mühe gelangte die Feuerwehr zum Einsatzort, um auch dort einen Keller auszupumpen, in dem das Wasser meterhoch stand.

Rund 50 Liter Wasser seien in 15 Minuten auf einen Quadratmeter niedergeprasselt, schilderte Kreisbrandmeister Heribert Mayr (Lindenberg). In Maria-Thann trat der Löschweiher in der Dorfmitte zweimal über die Ufer und überflutete den Dorfplatz sowie den Kinderspielplatz.

Das Unwetter sei punktuell niedergegangen, sagt Schneider. << Größere Schäden gab es zum Glück keine >>, zog der Kreisbrandrat gestern Bilanz. Vielerorts seien wie auch sonst bei heftigen Regenfällen Sandsäcke gefragt gewesen. << Man hat wieder gesehen, wie wichtig es ist, die Sandsäcke direkt vor Ort in der Gemeinde zu haben >>, betont er.

Denn im Ernstfall müssten sie schnell zur Hand sein.

Weitgehend unkritisch war der starke Regenfall für die zahlreichen Straßen-Baustellen im Landkreis, sagt Thomas Hanrieder vom Staatlichen Bauamt in Kempten. << Erst in der Phase, in der die Asphaltschicht aufgetragen wird, sollte es nicht tagelang regnen, sonst halten die Schichten nicht zusammen >>, sagt Hanrieder.

Doch auch sonst sei es durchaus möglich, dass bei starkem Regenfall die Arbeit auf der Baustelle eingestellt wird. << Das entscheidet die jeweilige Baufirma vor Ort. >> Teilweise werde auch eine andere Arbeit vorgezogen. << Man wird bei einem solchen Wetter bestimmt nicht mit dem Bagger in das tiefste Loch fahren >>, sagt Hanrieder.

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