Fasching
Fasnetsumzug: 100 Gruppen ziehen durch Scheidegg

'Das Licht haben wir zwar eingeschaltet, aber den Schalter für die Heizung haben wir leider noch nicht gefunden.' Bürgermeister Ulrich Pfanners Sorge, dass die zweistelligen Minusgrade den Narren beim Scheidegger Umzug vielleicht die Stimmung verhageln könnten, waren unbegründet. 'Hauptsache Sonne und kein Matschwetter', lautete die vorherrschende Meinung unter den 3500 Hästrägern der 100 Gruppen, die gestern Nachmittag die Marktgemeinde zur Fasnachtshochburg im Westallgäu machten.

Einige Hästräger wie etwa das Wolfsrudel aus Maierhöfen oder der Gorillaclub aus Russenried (bei Tettnang) ließ die Kälte aufgrund ihres dicken, pelzigen Kostüms sowieso kalt. Andere wiederum gaben durchaus zu, noch etwa drei Lagen Kleidung unter das Häs gepackt zu haben, wie Zunftmeisterin Dotothea Modick von den Wasamolle aus Illerberg/Thal zugab: 'Wir haben zwar ein dickes Häs aus Rupfensack, aber das alleine reicht nicht aus.'

In Boxershorts auf dem Festwagen

Ganz pragmatisch ging der Heimat- und Theaterverein Scheidegg mit der Dauerkälte um.

Der traditionelle Festwagen kürte kurzerhand eine 'Scheidegger Sonnenkönigin' und freute sich, der Nachbarstadt Lindenberg bezüglich der gemessenen Sonnenstunden eine lange Nase zeigen zu können. 'Hauptsache mehr Sonne als in Lindenberg', stand in großen Buchstaben auf dem Festwagen, auf dem sich die sonnige Hoheit (dargestellt von Andreas Sinz) mit ihrem Gefolge in Bademänteln, Baströckchen und Boxershorts sommerlich angehaucht präsentierte.

Die vielen bunten und fantasievoll gestalteten Häser und Masken sorgten bei den Besuchern entlang der Umzugsstrecke immer wieder für lautstark geäußerte Bewunderung.

'Des isch echt no schöner als beim rheinischen Karneval', schwärmte eine Biberacherin, die auch schon beim Düsseldorfer Rosenmontagszug mit dabei gewesen ist.

Aber nicht nur für das Auge war während des gut zweistündigen närrischen Treibens etwas geboten. Zahlreiche Lumpenkapellen, Schalmeien und Fanfarenzüge gaben dem Festtag auch den nötigen akustischen Schliff. Dass beim Blasen der Posaune das Mundstück an den Lippen festfrieren könnte, war für die Musiker der Pressluft Niederwangen kein Thema: 'Wir sind harte Kerle und heiße Typen', hieß es quer durch das männliche Register.

Zufrieden zeigten sich auch die Veranstalter mit dem Ablauf, wobei der neue Abschnitt der Umzugsroute quer über den Scheidegger Pfarrplatz gut angenommen wurde. Von 'wieder mehreren tausend Besuchern' sprach Zunftmeister Werner Höß, wobei aber schätzungsweise im Vergleich zu den vergangenen Jahren wohl etwas weniger Fasnetsbegeisterte den Weg in die Marktgemeinde gefunden hatten.

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