Schon Vorwarnstufe überschritten
Experten warnen: Borkenkäfer fliegt wieder

Der nur 5 Millimeter große „Buchdrucker“ kann ganze Wälder vernichten.
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  • Der nur 5 Millimeter große „Buchdrucker“ kann ganze Wälder vernichten.
  • Foto: Christine Achhammer
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Trockenheit und hohe Temperaturen: Ideale Bedingungen für den vielleicht größten Feind unserer Wälder. Das Wetter der vergangenen Wochen hat die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Jahr im Wald geschaffen, zumindest aus Sicht der Borkenkäfer. In Wertach und Hergensweiler wurde bereits die Vorwarnstufe erreicht. Dort fanden Förster bereits über 1.000 Borkenkäfer pro aufgestellter Falle. Und: Der Schwärmflug der Schädlinge beginnt jetzt.

Heuer hohe Gefahr

Der Leiter des zuständigen Forstamtes, Simon Östreicher erwartet für heuer eine hohe Gefahr durch die Borkenkäfer: „Der extrem trockene März in Verbindung mit einer starken Fichtenblüte hat die Bäume geschwächt. Deshalb steigt deren Anfälligkeit für Borkenkäferbefall“. Östreicher setzt in seinem Zuständigkeitsgebiet unter anderem auf sogenannte "Borkenkäferscouts". Deren Job: Sie suchen im gesamten Amtsgebiet nach betroffenen Bäumen, erfassen sie mittels GPS und markieren sie mit Farbe.

Waldbesitzer sind in der Pflicht

Aufgrund der hohen Gefahr in diesem Jahr sind auch wieder die privaten Waldbesitzer in der Pflicht. Um dem Borkenkäfer das Spiel nicht allzu leicht zu machen, rät Marcus Fischer vom Forstrevier Lindenberg: „Gehen Sie regelmäßig in Ihren Wald und kontrollieren Sie Ihre Fichtenbestände auf Bohrmehl. Beginnen Sie mit der Käfersuche bei noch nicht aufgearbeiteten Windwürfen. Und suchen Sie im Umfeld von Käfernestern aus dem Vorjahr.“

Der Lindenberger Förster Marcus Fischer findet in einem Privatwald bei Stiefenhofen viele vom Borkenkäfer befallene Fichten.
  • Der Lindenberger Förster Marcus Fischer findet in einem Privatwald bei Stiefenhofen viele vom Borkenkäfer befallene Fichten.
  • Foto: Marcus Fischer
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Befallenes Holz muss aus dem Wald

Nur durch eine schnelle Aufarbeitung des Käferholzes und durch einen schnellen Abtransport aus dem Wald, kann eine weitere massenhafte Vermehrung der Schädlinge verhindert werden. Um das zu ermöglichen, gibt es laut der Bayerischen Forstverwaltung auch finanzielle Unterstützung für die insektizidfreie Aufarbeitung von betroffenem Holz. Die Informationen dazu erhalten Waldbesitzer bei dem jeweils zuständigen Revierleiter der Bayerischen Forstverwaltung.

Bohrmehlhaufen nach frischem Borkenkäferbefall.
  • Bohrmehlhaufen nach frischem Borkenkäferbefall.
  • Foto: Marcus Fischer
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Übrigens: Ein frischer Borkenkäferbefall ist an braunem Bohrmehl, einem Nadelteppich auf dem Boden, Harztropfen am Baumstamm und an einer rötlichen Verfärbung der Baumkrone erkennbar.

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