Verkehr
Erster Elektro-Lkw im Allgäu

Heinrich Bitriol hat sich umgewöhnen müssen. Seit 1980 fährt er von Berufs wegen Lastwagen. Doch nun hören Fußgänger nicht mehr, wenn er um die Ecke biegt. An Ampeln hatte er schon das Gefühl, dass er seinen 18-Tonner abgewürgt hat.

Bitriol fährt seit Kurzem einen Elektro-Lkw. Für die Spedition Max Müller aus Opfenbach (Landkreis Lindau) transportiert er Waren im Westallgäu. Der Lkw ist bislang eine Seltenheit. Speditions-Chef Walter Müller will das ändern.

Bis 2020 will er die Hälfte seiner Nahverkehrsflotte mit Strom fahren lassen – insgesamt 15 Fahrzeuge, derzeitiger Stückpreis: etwa 345.000 Euro. 'Wirtschaftlich ist der Lkw keineswegs', sagt Müller. Bis sich das Gefährt bezahlt macht, dauere es wohl 22 Jahre. Normalerweise ist ein Lkw im Unternehmen sieben bis acht Jahre im Einsatz.

Müller sieht sich als Pionier. Stromfahrzeuge seien die Zukunft. Deswegen kämpfte er mit Landtagsabgeordnetem Eberhard Rotter (CSU) für eine staatliche Förderung. Mit 96.300 Euro hat der Bund Müller unterstützt, ein Drittel der Anschaffungskosten.

Laut dem Schweizer Hersteller 'E-Force One' ist dieser Lkw der erste E-Lkw in Süddeutschland. Die Zahl der E-Lkws in Deutschland lasse sich an einer Hand abzählen. Für den Fernverkehr sind sie laut Müller ungeeignet, nicht aber im Nahverkehr. 300 Kilometer weit reicht die Batterie. Sie verbraucht pro Jahr statt 12.000 Liter Diesel etwa 40.000 Kilowattstunden Strom. Die Leistung sei vergleichbar mit einem Diesel-Lkw.

Auch bei Kälte verringere sich die Reichweite laut E-Force-Geschäftsführer Hansjörg Cueni nicht, die Batterie sei so gut isoliert, dass die Umgebungstemperatur keine Rolle spiele. In maximal sechs Stunden ist sie aufgeladen.

Walter Müller hat mit dem E-Lkw ein Pilotprojekt gestartet. Zwei Jahre lang sammelt eine Koordinationsstelle Informationen über den Lkw. Nur die Praxis zeige, ob Innovationen ihre Zwecke erfüllen, sagt Speditionschef Müller.

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